Startup-Star Liz Holmes schließt Kerngeschäft Theranos gibt das Geschäft mit Bluttests auf

Gefallener Star: Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Gefallener Star: Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Foto: Jeff Chiu/ AP

Es ist ein Eingeständnis des Scheiterns, auch wenn es mit beschönigenden Worten daherkommt. Das zeitweise mit mehreren Milliarden Dollar bewertete Startup Theranos hat am Mittwoch einen offenen Brief der Gründerin Elizabeth Holmes  veröffentlicht, in dem sie den Abschied vom bisherigen Geschäftsmodell ankündigt.

"Wir haben die Struktur unseres Unternehmens an das am besten zu unseren Kernwerten und unserer Mission passende Modell angepasst", schreibt die Unternehmerin. Theranos habe Unterstützer und Investoren, die "fest an unsere Mission glauben" und der Firma auch die "Startbahn zum Verwirklichen unserer Vision" bereitstellen wollen - viel Zeit und Geld also.

Erstmal will Theranos die eigenen Labore und "Wellness Center" schließen und 340 Angestellte entlassen - fast die Hälfte der Beschäftigten, wie das "Wall Street Journal" schreibt (kostenpflichtig) .

"Wir werden unsere ungeteilte Aufmerksamkeit auf unsere Minilab-Plattform richten", erklärt Holmes. Ein neues, kleines Bluttestgerät soll die Medizin revolutionieren. Diese Technik, die professionellen Medizinlaboren angeboten werden soll, wurde erst im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt, nachdem die vorige Revolution der Bluttests gescheitert war. Einen Direktverkauf an Patienten sieht das neue Modell nicht mehr vor.

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Vor einem Jahr galt Holmes noch als die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt und wurde auf Startup-Konferenzen gefeiert. Inzwischen ist ihre Geschichte filmreif vor allem wegen des Absturzes, der auf Enthüllungen des "Wall Street Journal" über Mängel der Theranos-Bluttests folgte.

In kurzer Folge verlor Holmes den Status als Milliardärin,

den wichtigsten Vertriebsweg für ihr Produkt,

und schließlich auch die Lizenz der Behörden zum Betrieb der Labore.

Theranos legte Einspruch gegen diese Entscheidung ein, was nun aber wohl hinfällig ist. Für die neuen "Minilabs" steht eine Zulassung allerdings ebenfalls noch aus. Erste Reaktionen der Fachwelt zeugten von Skepsis. Nach einem Comeback in die Milliardärs-Rankings sieht es derzeit nicht aus.

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