Apothekenkette schmeißt Theranos raus Elizabeth Holmes verliert ihren wichtigsten Partner

Verliert ihre wichtigste Umsatzquelle: Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Verliert ihre wichtigste Umsatzquelle: Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Foto: © Mike Blake / Reuters/ REUTERS

Das einstige Hype-Startup Theranos verliert seine wichtigste Umsatzquelle: Die Apothekenkette Walgreens, in deren Filialen Theranos derzeit 40 Labore betreibt, hat die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Startup mit sofortiger Wirkung aufgekündigt. Das teilte Walgreens am Sonntag mit.

Theranos hatte zuletzt zwei komplette Jahrgänge an Tests für ungültig erklärt; auch ermitteln verschiedene Behörden gegen das Unternehmen. Vor diesem Hintergrund habe Walgreens "seine Beziehung zu Theranos sorgfältig überdacht", zitiert eine Unternehmensmitteilung  Vorstandsmitglied Brad Fluegel: "Wir glauben, dass es im besten Interesse unserer Kunden ist, die Partnerschaft zu beenden."

Das Startup von Ex-Milliardärin Elizabeth Holmes verliert damit nicht nur seine wichtigste Umsatzquelle, sondern auch seine einzige direkte Verbindung zu seinen Kunden, erklärt das "Wall Street Journal"  die Schwere des Schlages. Ohne die Apotheken könne Theranos nicht länger mit den großen Laboren konkurrieren, die das Startup mit seiner Bluttest-Technologie eigentlich angreifen will. Das Unternehmen brauche nun entweder einen neuen Partner, müsse seine Dienste künftig direkt in Arztpraxen anbieten oder aber eigene Filialen eröffnen.

Theranos selbst "ist enttäuscht, dass Walgreens unsere Beziehung beendet hat, und bleibt bei seiner Mission, Patienten mit günstigen Gesundheitsdaten zu versorgen", sagte Kommunikations-Vice-President Brooke Buchanan laut einer Mitteilung . Man freue sich darauf, weiterhin Kunden in Arizona und Kalifornien zu bedienen - Theranos arbeite hier mit einigen unabhängigen Einzelhändlern zusammen.

Wie geht es nun für Theranos weiter?

Laut "WSJ" werden die Centers for Medicare and Medicaid (CMS), die aktuell in Sachen Theranos ermitteln, innerhalb der kommenden zwei Wochen entscheiden, ob sie in Aussicht gestellte Sanktionen gegen das Unternehmen durchsetzen: Die Behörde hatte im April bekanntgegeben, dem kalifornischen Theranos-Labor die Lizenz zu entziehen und Gründerin Elizabeth Holmes auszusperren, weil das Unternehmen eine Mängelliste nicht ausreichend abgearbeitet hatte. Einige Punkte, etwa die Versendung neuer Testresultate, haben Holmes und Co. mittlerweile nachgeholt.

Entsprechend hoffe man nun, dass die CMS die Sanktionen nicht in die Tat umsetzten, sagte Theranos-Sprecherin Buchanan weiter. "Sollten sie dies allerdings doch tun, werden wir mit den CMS zusammenarbeiten, um alle ihre Bedenken aus der Welt zu schaffen."

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