Sonntag, 15. September 2019

Scharmützel im US-Wahlkampf Warum Donald Trump Goldman-Chef Blankfein Angst macht

Er raubt mir den Schlaf: Goldman-Chef Blankfein (l.) und Präsidentschafts-Aspirant Trump
Getty Images; Reuters
Er raubt mir den Schlaf: Goldman-Chef Blankfein (l.) und Präsidentschafts-Aspirant Trump

Nachdem Donald Trump nun seit Wochen die Umfragen zu den möglichen Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner dominiert, nimmt auch an der Wall Street offenbar die Nervosität zu, der exaltierte Milliardär könnte am Ende tatsächlich ins Weiße Haus einziehen. Einer der mächtigsten Männer der US-Finanzszene ließ dies erkennen, als er auf einer Veranstaltung eine deutliche Warnung vor einem US-Präsidenten Donald Trump aussprach.

Trumps "finger on the button blows my mind", sagte Lloyd Blankfein, Chef der Großbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, auf einem Event des "Wall Street Journals", was frei übersetzt so viel bedeutet wie: Die Vorstellung von Donald Trump am Abzug raubt mir den Schlaf. Blankfein spielte damit einem Bericht von CNN zufolge auf die Möglichkeit an, Trump könnte als Präsident der Vereinigten Staaten auch über den Einsatz von Nuklearwaffen entscheiden.

Damit zeigt sich, wie groß die Sorgen an der Wall Street in Bezug auf Trump inzwischen sind. Nachdem die Kandidatur des schillernden Immobilienunternehmers zunächst von vielen kaum ernst genommen worden war, steht er nun seit Wochen an der Spitze der Umfragen der Republikaner.

Jüngste Befragungen ergaben laut CNN, dass Trump die Präsidentschaftsanwärter aus dem Establishment, die wie beispielsweise Jeb Bush von der Finanzindustrie klar bevorzugt werden, derzeit problemlos aus dem Rennen werfen könnte.

Trump hat sich bei Banken und Investmentfirmen nicht beliebt gemacht. In Reden während seiner bisherigen Kampagne echauffierte er sich über allzu hohe Gehälter in den Vorstandsetagen und kündigte schärfere Steuern für Hedgefonds an.

Trumps Erfolg in den Umfragen signalisiere, dass die Amerikaner derzeit einen Macher an ihrer Spitze bevorzugen gegenüber einem politischen Ideologen, sagte Blankfein.

Christoph Rottwilm auf Twitter

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