Zwei Vorstände weg Krach auf der Chefetage der Deutschen Oppenheim

Ehemals klangvoller Name: In der Chefetage von Deutsche Oppenheim Family Office rappelt es

Ehemals klangvoller Name: In der Chefetage von Deutsche Oppenheim Family Office rappelt es

Foto: DPA

Beim Vermögensverwalter Deutsche Oppenheim Family Office gibt es Krach auf der Führungsetage. Wie das Unternehmen bestätigt, sind zwei Vorstände von Bord gegangen - mindestens einer davon unfreiwillig. Über die Gründe macht Deutsche Oppenheim keine Angaben. Einen Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen Kunden und Beschäftigte der Bank Sal. Oppenheim, die vor wenigen Tagen publik geworden waren, will das Unternehmen weder bestätigen noch kommentieren.

Deutsche Oppenheim Family Office entstand 2013 aus dem Zusammenschluss der Oppenheim Vermögenstreuhand (OVT) und der Wilhelm von Finck Deutsche Family Office. Die Gesellschaft, die sich mehrheitlich im Besitz der Deutsche-Bank-Tochter DB Capital Markets befindet, bezeichnet sich selbst als den größten "Anbieter unter den Family Offices in Deutschland".

Doch nun rappelt es offenbar heftig auf der Chefetage. Die Vorstände Markus Küppers und Andreas Pichler haben das Haus kurzerhand verlassen. Beide kamen von der OVT und waren bei der Deutschen Oppenheim bereits seit 2013 im Amt.

Der Hintergrund: Schon auf der Hauptversammlung der Deutsche Oppenheim Family Office in der vergangenen Woche hatten die Aktionäre den Managern das Vertrauen entzogen, wie das "Private Banking Magazin" berichtet. Kurz darauf stellte sich offenbar auch der Aufsichtsrat quer.

Kungeleien mit Luxemburg-Fonds

Wie ein Sprecher von Deutsche Oppenheim gegenüber manager-magazin.de bestätigte, hat Küppers sein Amt niedergelegt. Darüber hinaus habe der Aufsichtsrat Pichler mit sofortiger Wirkung von seinem Amt enthoben, so der Sprecher. Dazu habe der Vorsitzende des Aufsichtsrates Joachim Häger erklärt: "Wir danken Dr. Küppers und Herrn Pichler für ihre Arbeit in den letzten Jahren."

Es ist nicht das erste Mal, das der Name Oppenheim in diesen Tagen in die Schlagzeilen gerät. Medienberichten zufolge ermitteln die Kölner Staatsanwälte beim Bankhaus Sal. Oppenheim im großen Stil gegen Kunden und Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung sowie auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Den Anstoß zu den Ermittlungen hätten interne Nachforschungen der Bank selbst gegeben, heißt es.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sollen besonders wohlhabende Klienten von Sal. Oppenheim (legen "in der Regel dreistellige Millionensummen" an) den Fiskus bei Geschäften mit Luxemburg-Fonds ausgetrickst haben. Einen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und dem Vorstandsexodus bei Deutsche Oppenheim wollte das Unternehmen weder bestätigen noch kommentieren.

Die Deutsche Oppenheim ist jedoch offenbar unmittelbar von den Ermittlungen betroffen. Das Unternehmen habe im Rahmen von internen Untersuchungen Hinweise auf potentiell steuerliche Unregelmäßigkeiten bei bestimmten Fondsanlagen erhalten, so der Sprecher in einer Stellungnahme. Darüber seien "pflichtgemäß im Rahmen rechtlicher Vorgaben unmittelbar die zuständigen Behörden informiert" worden.

Die betreffende Staatsanwaltschaft, so der Sprecher der Deutschen Oppenheim weiter, habe entsprechende Unterlagen zu Geschäftsvorgängen angefordert, die von der Deutsche Oppenheim Family Office zur Verfügung gestellt worden seien. "Der Staatsanwaltschaft wurde die Kooperation im Zuge der weiteren Ermittlungen zugesichert", schreibt der Sprecher in seiner Stellungnahme. Und zwar mit dem Ziel, "die Untersuchungen schnell und umfassend abzuschließen".

Laut "Private Banking Magazin" übernehmen bei Deutsche Oppenheim die verbleibenden Vorstände Thomas Rüschen und Stefan Freytag bis auf weiteres die Aufgaben von Küppers und Pichler.

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