Mittwoch, 1. April 2020

Trotz Chauvinismus und Sexismus Diese fünf Frauen wurden steinreich in der Techindustrie

Whitman, Sandberg und Co.: Das sind die reichsten Tech-Frauen der Welt
imago

Wer wissen will, welchen Stand das weibliche Geschlecht im Silicon Valley hat, muss die Titelgeschichte lesen, die das US-Magazin "Newsweek" Anfang des Jahres zu dem Thema veröffentlicht hat. Die Lektüre des ausführlichen, offenbar gründlich recherchierten Artikels lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Situation der Frauen in der US-Tech-Branche, die alltäglichen Arbeitsbedingungen, der zwischenmenschliche Umgang sowie die Erfolgs- und Karrierechancen, sind offenbar kurz gesagt: grauenhaft.

Lang und breit und anhand zahlreicher Beispiele beschreibt die "Newsweek" den Alltag weiblicher Arbeits- und Führungskräfte sowie junger Gründerinnen im Mekka der weltweiten IT-Industrie. Einer Industrie, so das Gesamtbild, die zumindest unter der Sonne Kaliforniens offenbar von Frauenfeindlichkeit sowie männlichem Chauvinismus und Alphatier-Gehabe geprägt ist.

Frauen, so die "Newsweek", werden von den Männern, die im Valley das Sagen haben, nicht nur nicht ernst genommen. Sie gelten vielmehr vielfach als explizit unfähig oder sogar als regelrechtes Hindernis auf dem Weg zum Erfolg ("... he told her having a woman on a board 'makes the company seem like a joke'..." ).

Die Folge ist nicht nur das viel zitierte "pay gap", das es auch in anderen Branchen gibt, und demzufolge Frauen prinzipiell schlechter bezahlt werden als Männer. Im Silicon Valley geht die Diskriminierung offenbar noch deutlich weiter. Dort werden weibliche Kollegen in zahlreichen Start-ups und Tech-Unternehmen zum Sexobjekt reduziert, so die "Newsweek". Sexistische Witze sowie direkte Übergriffe seien an der Tagesordnung.

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Ebenfalls ein Problem: Männliche Mitarbeiter kommen bis hinauf ins Topmanagement mit diesem Verhalten weitgehend ungestraft durch. Beklage sich aber eine weibliche Führungskraft beispielsweise auf dem Kurznachrichtendienst Twitter lediglich über sexistische Witze, die sie tagtäglich überhören müsse, werde sie mitunter sofort gefeuert.

Ein Schlaglicht auf das Problem fiel erst vor wenigen Wochen, als in San Francisco der Prozess der Topmanagerin Ellen Pao gegen den Internet-Wagnisfinanzierer Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) zu Ende ging. Pao hatte KPCB Diskriminierung vorgeworfen und Schadensersatz in Millionenhöhe gefordert, weil sie angeblich bei einer Beförderung übergangen worden war. Die Geschworenen konnte die Managerin von ihrer Version aber nicht überzeugen - Pao verlor den Prozess und ging leer aus.

Dass es jedoch trotz allem auch für Frauen die Chance gibt, im Silicon Valley Erfolg zu haben, zeigt eine Aufstellung des Informationsdienstes Wealth-X. Das Unternehmen hat die Rangliste der weltweit reichsten Frauen in der Tech-Branche zusammengestellt. Das Ergebnis: Von den fünf reichsten Damen dieses Wirtschaftszweigs haben drei ihr Vermögen in den Vereinigten Staaten, sprich im Silicon Valley gemacht.

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Die drei Namen finden sich allerdings auch im Artikel der "Newsweek" - als Beispiele für die berühmte Ausnahme von der Regel.



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