Milliardär Soros verspekuliert sich Der Mann, der die Bank von England knackte, lag beim Pfund diesmal falsch

"Erzfeind" der Bank von England: Hedgefonds-Milliardär George Soros

"Erzfeind" der Bank von England: Hedgefonds-Milliardär George Soros

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Eine milliardenschwere Wette gegen das Pfund hat George Soros 1992 zur Investorenlegende gemacht. Nun rutscht er erneut wegen einer massiven Abwertung der britischen Währung in die Schlagzeilen - allerdings diesmal nicht als Gewinner.

"George Soros hat nicht gegen Sterling spekuliert, während er für einen Verbleib Britanniens in der EU gestritten hat", teilte ein Sprecher des 85-Jährigen mit. Er habe vielmehr sogar auf eine Wertzunahme gesetzt.

"Allerdings hat Mister Soros wegen seines allgemein pessimistischen Ausblicks auf die Weltmärkte von anderen Investments profitiert", zitiert Yahoo Finance  den Sprecher weiter: Eingereichte Dokumente seines Fonds zeigten, dass Soros etwa auf Gold gewettet habe - am Freitag kletterte das Edelmetall auf ein Zweijahreshoch.

Am Tag nach dem Brexit-Votum der Briten hatte das Pfund im Vergleich zum Dollar derweil massiv an Wert verloren und diesen Abwärtskurs auch am Montag fortgesetzt. Soros hatte im Vorfeld im Falle eines EU-Austritts eine Abwertung von bis zu 20 Prozent prophezeit. Die Briten würden die Kosten eines Brexit massiv unterschätzen, sagte Soros dem "Guardian". Nun muss er offenbar selbst unter diesen Kosten leiden.

So zwang Soros 1992 die Bank von England in die Knie

Im Jahr 1992, bei seiner ersten großen Pfund-Wette, hatte Soros hingegen nicht viel zu verlieren: "Diese Geschichte zeigt die Macht der einseitigen Wette", schreibt das Portal priceonomics.com  über Soros' "Trade des Jahrhunderts": Damals habe der gesamte Markt gewusst, dass das Pfund überbewertet sei - allein Interventionen der britischen Regierung, die durch den Europäischen Wechselkursmechanismus dazu gezwungen gewesen sei, hätten es auf einem relativ hohen Niveau gehalten: "Es gab kein Szenario, in dem das Pfund hätte steigen können."

Auslöser für Soros' schließlich 15 Milliarden Dollar schwere Short-Attacke, mit der er auf ein Fallen des Pfundes setzte, sei schließlich ein Interview des damaligen Bundesbank-Chefs Helmut Schlesinger gewesen: Der hatte laut einem Agenturbericht am Wert verschiedener europäischer Währungen gezweifelt und gleichzeitig möglichen deutschen Hilfen eine Absage erteilt. Eine weitere Abwertung des Pfund sei damit, schreibt der Autor Sebastian Mallaby im Buch "More Money Than God" , quasi unvermeidbar gewesen.

"Ziel auf die Halsschlagader"

Zum Zeitpunkt der Schlesinger-Aussagen waren Soros und sein Quantum Fund lediglich 1,5 Milliarden Dollar short gegen das Pfund. Stan Druckenmiller, Chief Portfolio Manager des Fonds, habe diese Position langsam ausbauen wollen - sein Chef sei allerdings dagegen gewesen: "Ziel auf die Halsschlagader."

Quantum verkaufte Milliarden an geborgten Pfund - weil die Bank von England nicht mithalten konnte, trat sie schließlich aus dem Europäischen Wechselkursmechanimus aus. Das Pfund entwertete massiv - ihre Short-Position brachte dem Quantum Fund Milliarden ein.