Dienstag, 18. Juni 2019

Matthias Tauber folgt auf Carsten Kratz Außenseiter wird neuer Deutschlandchef von BCG

Führt künftig Boston Consulting in Deutschland: Matthias Tauber.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) ordnet ihre Führung neu. Zum 1. April ersetzt Matthias Tauber (40) als neuer Chef für die Region Deutschland und Österreich den bisherigen Amtsinhaber Carsten Kratz (51). Der tritt nach zwei Legislaturperioden von je drei Jahren ab, wie es die BCG-Statuten vorsehen. Aber Kratz geht nicht so ganz, sondern wechselt auf den neu geschaffenen Posten des nationalen Chairman.

Taubers Ernennung ist eine Überraschung, weil er derzeit kein Mitglied der deutschen Geschäftsführung ist. Von dort schaffte es Kratz an die Spitze.

Allerdings leitet Tauber bislang die weltweite Sparte Prozessindustrie - was ihm wiederum einen breiten Einblick gewährt hat. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Unternehmen, die Baustoffe, Chemikalien oder Metalle produzieren. Weiteres Argument für Tauber: Binnen zwei Jahren hat der Diplomingenieur den Umsatz dieses Geschäftsfelds nahezu verdoppelt.

Europachef Christoph Schweizer hatte zuvor mit fast allen deutschen und österreichischen Partnern Einzelgespräche geführt. Das Votum für Tauber, heißt es, sei am Ende eindeutig gewesen. Der Mann wird BCG-intern geschätzt, weil er die Mitglieder seiner Teams engagiert fördert und aufsteigen lässt; Schweizer spricht von einem "breiten Rückhalt" in der Partnergruppe.

Ein weiterer Pluspunkt Taubers: Er kennt das internationale Geschäft und ist gleichzeitig in Deutschland verankert, sitzt im Münchener Büro der Consultingfirma.

Acht Partner waren in die engere Auswahl gekommen, darunter Tech-Experte Michael Rüßmann und Christian Krammer (Finanzdienstleistungen), beide Mitglieder des nationalen Managementteams sowie Autofachmann Andreas Dinger, der das Münchener Büro leitet. Gute Chancen waren lange Zeit auch der Pharma-Spezialistin Judith Wallenstein eingeräumt worden.

BCG dürfte im abgelaufenen Jahr rund 930 Millionen Euro Umsatz erzielt haben, genaue Zahlen rückt die Firma nicht heraus. Damit wäre Marktführer McKinsey in Rufweite. Das Überschreiten der Milliardengrenze ist dann Taubers Sache.

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