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Kahlschlag in London: Europas Großbanken schrumpfen schneller als die Deutsche Bank

Foto: LAURENT FIEVET/ AFP

Designierter Barclays-Chef Ex-JPMorgan-Manager soll Barclays führen

Von mm-newsdesk

Die drittgrößte britische Bank Barclays will nach Reuters-Informationen einen früheren Manager des US-Konkurrenten JPMorgan Chase zum Konzernchef machen. Jes Staley habe das Angebot bereits angenommen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Ein weiterer Insider sagte, der Amerikaner sei in der engeren Auswahl. Er konnte aber die Entscheidung nicht bestätigen. Die britische Finanzaufsicht muss der Personalie noch zustimmen.

"Bloomberg" berichtete am Dienstag unter Berufung auf Eingeweihte, sollte Staley das Rennen machen, sei mit einer Ernennung innerhalb der nächsten zwei Wochen zu rechnen.

Staley galt bereits als Kandidat, als Barclays im Jahr 2012 einen Chef suchte. Der Manager war bei JPMorgan für die Investmentbank und die Vermögensverwaltung zuständig. Nach 34 Jahren bei der US-Bank verließ er das Unternehmen 2013 und ging zum Hedgefonds Blue Mountain Capital. Mit Staley könnte sich Barclays erneut auf die Investmentbank konzentrieren. Sie wurde in den vergangenen drei Jahren als Sparmaßnahme verkleinert.

Barclays hatte im Juli den bisherigen Chef Antony Jenkins entlassen. Seitdem lenkt Verwaltungsratschef John McFarlane übergangsweise das Unternehmen. Er dringt auf eine schnellere Sanierung des Konzerns als von Jenkins geplant.

Bei der jüngsten Zahlenvorlage lief es für Barclays gar nicht so schlecht: Dank eines stärkeren Investmentbankings steigerte die Bank ihren operativen Gewinn im zweiten Quartal. Trotz der positiven Zwischenbilanz kündigte McFarlane weitere Einschnitte an. Die Trennung von Randgeschäften werde beschleunigt. Zuletzt hieß es in Medienberichten, Barclays könnte in den kommenden beiden Jahren mehr als 30.000 seiner noch gut 130.000 Stellen abbauen.

Über die Berufung Staleys hatte zuerst die "Financial Times" berichtet. Barclays war zunächst nicht zu erreichen. Ein Sprecher, der im Auftrag von Blue Mountain arbeitet, lehnte eine Stellungnahme ab.

ts/Reuters/dpa-afx
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