Samstag, 18. Januar 2020

Aufräumarbeiten nach GfK-Eklat GfK findet neuen Aufsichtsrat - und sucht weiter nach einem Chef

Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg: Nach dem Eklat bei der GfK haben nun die Aufräumarbeiten begonnen

Nach dem Doppelrücktritt von Vorstandschef Matthias Hartmann und Aufsichtsratschef Arno Mahlert versucht das Marktforschungsunternehmen GfK zur Normalität zurückzukehren. Am Donnerstag wählte der Aufsichtsrat den Marketing-Experten Ralf Klein-Bölting in einer außerordentlichen Sitzung zum neuen Aufsichtsratschef. Er soll zum 13. September die Nachfolge von Arno Mahlert antreten.

Mahlert sowie Vorstandschef Matthias Hartmann hatten nach erneut enttäuschenden Geschäftszahlen am 11. Augustihren Rücktritt bekanntgegeben. Als offizieller Grund für den Doppel-Rückzug waren damals "unterschiedliche Ansichten" zur langfristigen geschäftspolitischen Ausrichtung mit dem Großaktionär GfK Verein angegeben worden.

Vorstandschef Hartmann soll demnach zum 31. Dezember 2016 ausscheiden; Aufsichtsratschef Mahlert bereits zum 12. September 2016.

Ein unbeschriebenes Blatt ist Klein-Bölting, der seit 2016 im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitzt, nicht: Der 54-Jährige war unter anderem bis Juli 2009 Marketing-Chef bei der Deutschen Bahn. Im Zuge der Affäre um verdeckte PR-Aktionen musste er den Hut nehmen. Der Konzern hatte damals eingeräumt, knapp 1,3 Millionen Euro für vorproduzierte Medienbeiträge, Leserbriefe, Äußerungen in Internetforen und Meinungsumfragen ausgegeben zu haben, bei denen die Bahn als Urheber oder Auftraggeber nicht erkennbar war.

Die Aktie der GfK legte nach herben Verlusten in den Vorwochen am Donnerstag wider zu. Möglicher Hintergrund dafür waren - neben der Personalie - womöglich auch Spekulationen über einen möglichen Verkauf oder eine Fusion des Marktforschers.

Über die Hintergründe der Auseinandersetzung bei der GfK hatte im Mai das manager-magazin unter dem Titel "Machtkampf im Frankenland" berichtet. (Wenn auch Sie künftig exklusiv über die relevantesten Entwicklungen in Deutschlands Wirtschaft vorab informiert werden wollen -hier geht es zum Probe-Abo).

Die Hintergründe zum GfK-Eklat finden Sie hier: "Machtkampf im Frankenland"

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dpa

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