Montag, 23. September 2019

Rupert Stadler Inhaftierter Audi-Chef vor Ablösung

Rupert Stadler

Der inhaftierte Audi-Chef Rupert Stadler steht vor seiner Ablösung. Der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns Volkswagen habe sich bei einer Sondersitzung am Montag mit der Personalie befasst, erfuhr manager-magazin.de aus Konzernkreisen. Es habe jedoch noch keine Entscheidung gegeben, weil die beteiligten Anwälte weiteren Klärungsbedarf gesehen hätten, hieß es.

Eine Ablösung Stadlers sei aber mehr als wahrscheinlich. Das Thema solle auf einer regulären Aufsichtsratssitzung am 28. September neu diskutiert werden. Volkswagen äußerte sich zunächst nicht.

Bei der Sondersitzung am Montag ging es vor allem um die Börsenpläne von Volkswagens Trucktochter Traton. Der Aufsichtsrat billigte die Umwandlung von Traton in eine europäische Aktiengesellschaft und stimmte zu, die von Andreas Renschler geführte Sparte bis Ende 2018 kapitalmarktfähig zu machen.

Audi-Chef Stadler wird übergangsweise durch den Vertriebsvorstand Bram Schot ersetzt, sein Amt gilt als "ruhend". Stadler sitzt seit drei Monaten in Untersuchungshaft, weil ihm die Staatsanwaltschaft München Behinderung der Dieselermittlungen vorwirft. Der Audi-Chef soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. Stadler bestreitet das.

Juristen bezogen aber zuletzt die Position, die strafrechtliche Unschuldsvermutung sei nicht entscheidend, wenn es um die Besetzung einer Vorstandsposition gehe. Für den Aufsichtsrat sei es wichtiger, die ordnungsgemäße Geschäftsleitung sicher zu stellen. Die Folge wäre, dass man Stadlers Position neu besetzen könnte, wenn dieser sein Amt zu lange nicht führen könne.

mmo

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