Dienstag, 23. April 2019

Mauricio Macri im Porträt Das ist Argentiniens neuer Präsident

Mauricio Macri: Wahlen in Argentinien gewonnen

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Mauricio Macri hat die Wahlen in Argentinien gewonnen und ist neuer Präsident. Der 56-Jährige kommt aus einer der reichsten Familien des Landes und vertritt einen liberalen Wirtschaftskurs. Landesweit bekannt wurde er aber als Präsident des Arbeitervereins Boca Juniors (1995-2007) - von dem es heißt, die Hälfte der Argentinier "plus eins" sei Fan des Fußballvereins, bei dem einst schon Diego Maradona kickte. In der Zeit von Macris Präsidentschaft gewannen die Blau-Gelben unter anderem die südamerikanische Champions League, die Copa Libertadores.

Macri, von Beruf Ingenieur, ist Sohn eines der reichsten Unternehmer Argentiniens. Der neugewählte Staatspräsident war bis in die 90er Jahre selbst als Unternehmer tätig. 1991 wurde er von einer Polizisten-Bande entführt und gegen ein hohes Lösegeld freigelassen. Mit der buddhistischen Lehre und Psychotherapie versuchte er das dramatische Ereignis zu verarbeiten. Nach einem ersten Anlauf 2003 siegte er 2007 bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Buenos Aires.

2011 wurde er wiedergewählt. Er profilierte sich als Gegenpol zur linken Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner. Das öffentliche Transportsystem der Hauptstadt genießt heute einen besseren Ruf als früher, es wurde ein großes Fahrradnetz aufgebaut und die Stadt sieht sauberer aus.

Der Gründer der konservativen Partei "Propuesta Republicana" (PRO) hatte für die Wahl eine Koalition mit der Zentrumspartei "Unión Cívica Radical" gebildet, um die Peronisten abzulösen, die auf eine linke Wirtschaftspolitik setzten. Er selbst bezeichnet sich als ein von der schweren Krise von 2001 geprägter Politiker, bei dem die Rechts-Links-Kategorien überholt seien. Damals war Argentinien pleite und es kam zu Massenprotesten.

Macri hat drei Kinder mit seiner ersten Ehefrau, von der er sich 1991 scheiden ließ. 2010 heiratete er die Mode-Unternehmerin Juliana Awada. Das Paar hat eine vierjährige Tochter.

ts/dpa

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