Montag, 9. Dezember 2019

Amazon-Chef verkauft Milliarden-Aktienpaket Jeff Bezos beschleunigt seinen Plan vom Urlaub im All

Zeppeline, Passagierdrohnen, Raumfähren: Die irren Fluggeräte der Silicon-Valley-Milliardäre
DPA

Amazon-Gründer Jeff Bezos will seinem Weltraumunternehmen Blue Origin mit Milliardenbeträgen zum Durchbruch verhelfen. Es sei mit Kosten in Höhe von rund 2,5 Milliarden Dollar zu rechnen, sagte Bezos am Mittwoch bei einer Raumfahrtkonferenz in Colorado Springs. Um das Projekt zu finanzieren, werde er pro Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar abstoßen.

Bezos, dem auch die Zeitung "Washington Post" gehört, ist beim weltgrößten Online-Händler Vorstandschef und größter Aktionär. Sein knapp 17-prozentiges Paket ist momentan an der Börse Börsen-Chart zeigen mehr als 73 Milliarden Dollar wert. Laut Forbes-Magazin hat er insgesamt ein Vermögen von 78 Milliarden Dollar und ist damit aktuell zweitreichster Mann der Welt.

Testflüge noch in diesem Jahr würden wohl doch nicht stattfinden, erklärte Bezos. Er wolle aber genug investieren, um Blue Origin auf Kurs zu einem profitablen Unternehmen bringen - etwas, das bei Amazon selbst bisher keine Priorität genießt. Das aggressive Wachstum mit der Aussicht aus zukünftige Gewinne hat die Aktien trotzdem auf einen Börsenwert von 440 Milliarden Dollar gebracht.

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Um das Projekt profitabel zu machen, sollen die Raketen wiederverwendbar sein. Das soll die Kosten im Rahmen halten. Bezos will mit seiner Firma zahlenden Passagieren schon von 2018 an Weltraumflüge anbieten. Sie sollen für einige Minuten die Schwerelosigkeit erfahren. In der Raumkapsel, deren Modell Bezos in Colorado Springs vorstellte, soll es Platz für sechs Personen geben.

Als langfristiges Ziel gibt Bezos an, die Kosten der Raumfahrt so zu senken, dass der Menschheit Lebensperspektiven jenseits der Erde erschlossen werden. Mit demselben Wunsch betreibt Milliardär Elon Musk sein Unternehmen SpaceX, das in der vergangenen Woche erstmals eine bereits gebrauchte Falcon9-Rakete erneut ins All schickte. Auch SpaceX zählt Weltraumtourismus zu seinen Ambitionen.

Blue Origin hatte im November 2015 die Premiere geschafft, eine Rakete kontrolliert wieder zu landen - die Voraussetzung für das Recycling, damals stolz getwittert von Jeff Bezos. "Wir verfolgen technisch etwas verschiedene Ansätze, sind aber ziemlich gleichgesinnt", sagte Bezos nun über Musk.

ak/reuters

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