Freitag, 13. Dezember 2019

Ajit Jain Wird er Nachfolger von Warren Buffett?

Kümmert sich um das Rückversicherungsgeschäft bei Berkshire: Ajit Jain (Foto von 2012)

Investment-Legende Warren Buffett spricht so deutlich wie nie über seine Nachfolge: Demnach sitzt die Person, die in seine Fußstapfen treten soll, bereits im Vorstand von Berkshire Hathaway. Buffetts Vize nennt Namen - darunter Ajit Jain.

Hamburg - Investment-Legende Warren Buffett hat sich nach 50 Jahren an der Spitze von Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen so deutlich wie nie zu seiner Nachfolge geäußert. Sein Stellvertreter, Charles Munger, nannte sogar Namen.

Sein Nachfolger müsse drei Fehler vermeiden, die Unternehmen in der Vergangenheit gemacht hätten. Dieses "ABC des Zerfalls" laute: "Arroganz, Bürokratie und Selbstgefälligkeit", schrieb der 84-Jährige in einem Brief an die Aktionäre. Wenn "diese Krebsgeschwüre metastasieren, können selbst die stärksten Unternehmen ins Wanken geraten", so Buffett.

Seit Jahren vermeidet die Investment-Legende, einen Nachfolger beim Namen zu nennen. Stattdessen wiederholt Buffett in seinen Briefen gebetsmühlenartig, Berkshire habe "die richtige Person" im Vorstand. "In mancherlei Hinsicht wird diese Person einen besseren Job machen als ich", schrieb Buffett.

Jain, Abel - oder Rose?

Buffetts Vize Munger, der angesichts seines hohen Alters von 91 Jahren selbst nicht als Nachfolger in Frage kommt, wurde deutlicher. Mit Greg Abel und Ajit Jain gebe es Kandidaten, für die der Begriff "Weltklasse" wohl noch untertrieben sei. Beide sind langjährige Berkshire-Spitzenmanager, Jain kümmert sich um das wichtige Rückversicherungsgeschäft und Abel um die Energiebeteiligungen. Analysten hatten Jain und Abel schon länger als aussichtsreiche Kandidaten auf dem Zettel.

Der von manchen Investoren favorisierte Matthew Rose, der Berkshires Bahn-Sparte leitet, wurde indes nicht erwähnt.

Buffetts Sohn Howard, Berkshire-Direktor seit 1993, soll dem Brief zufolge Co-Chef ohne operative Befugnisse werden, sobald sein Vater zurücktritt oder stirbt. Diese Regelung erlaube die Weiterführung von Berkshires Kultur und sei eine Absicherung, falls der nächste Konzernchef ersetzt werden müsse, schrieb Buffett.

Die Hauptaufgabe seines Nachfolgers sei, Kapital zu verteilen und sicherzustellen, dass hervorrangende Manager ihren Job machten, schrieb Buffet. Der 84-Jährige führt Berkshire seit 1965 und hat das Textilunternehmen in ein Konglomerat mit mehr als 80 Geschäftsbereichen umgebaut, darunter Versicherungen, Eisenbahnen, Energie, Lebensmittel, Bekleidung und Immobilien. Seine Top-Manager nennt Buffett in seinen Briefen regelmäßig "All-Stars".

Buffett denkt nicht an Rücktritt

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte Berkshire einen Gewinnanstieg von zwei Prozent auf 19,87 Milliarden Dollar, während der operative Gewinn sogar um neun Prozent auf 16,55 Milliarden Dollar zulegte. Der Buchwert je Aktie, den Buffett als gute Messlatte für den Wert des Unternehmens betrachtet, stieg um 8,3 Prozent auf 146.186 Dollar.

Buffett hatte zuletzt den Hamburger Motorradteilehändler Louis gekauft und angekündigt, weiter in Deutschland auf Einkaufstour gehen zu wollen.

Der auch als "Orakel von Omaha" bekannte Investor machte gleichzeitig klar, dass er nicht an einen Rücktritt denke. Er fühle sich so fit, dass er jeden Tag im Stepptanz zur Arbeit kommen könnte, schrieb Buffett in dem Brief.

Darin gab er als Ziel für Berkshire Hathaway ein Plus von 27 Prozent aus - deutlich über den 13 Prozent, die die Unternehmen des S&P500-Index im Schnitt anstreben. Seit 1964 ist das Wachstum sogar noch eindrucksvoller: Ein 1964 bei Berkshire investierter Dollar ist heute 1,826 Millionen wert.

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Mit Material von Reuters, AFP

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