Michael Heise Der Deutsche, der den Griechen das irische Beispiel vorhält

Von Arne Gottschalck
Michael Heise, Chefökonom der Allianz

Michael Heise, Chefökonom der Allianz

Michael Heise ist Chefvolkswirt der Allianz und weiß von daher viel über das Wirtschaftsgeflecht der Welt. Nun hat er in einem Beitrag in "Project Syndicate"  der griechischen Politik das irische Vorbild präsentiert. Macht es wie die Iren - der Rat eines Deutschen an die Griechen?

Die "grüne Insel", wie das Land so oft apostrophiert wird, litt gleichfalls unter einer Krise. In den Jahren bis 2008 außergewöhnlich aufgebläht, knickten die Banken des Landes ein, als die Immobilienblase platzte. Um einen Run auf die Banken zu vermeiden, sagte die Regierung für alle Depots und Verbindlichkeiten gut. Und das ließ den Schuldenstand explodieren - von 25 Prozent der Wirtschaftsleistung (GDP) im Jahr 2007 auf 120 Prozent im Jahr 2013. Addiere man die Schulden der privaten Haushalte, komme Irland auf einen Schuldenberg von fast 400 Prozent der Wirtschaftskraft. In Griechenland liegt diese Kenngröße bei rund 300 Prozent. Trotzdem schaffte Irland den Schritt zurück an die Kapitalmärkte, 2013 war es soweit. Damit habe das Land gleichzeitig den Beweis angetreten, wie auch Griechenland zu helfen sei.

Selbst in einer ernsten Krise könnten resolute Konsolidierung und Reformen ein Land schnell stabilisieren und die Fundament für ein erneutes Wachstum legen könne.

Unterschiede zwischen beiden Ländern gäbe es schon, räumt auch Heise ein. Irland ist als Wirtschaft beispielsweise viel offener als Griechenland. Und trotzdem liefere Irland eine wichtige Lektion für Griechenland - vor allem die Notwendigkeit, das Vertrauen der Märkte wieder zu gewinnen. Ob die Worte des Deutschen aus München indes in Athen beziehungsweise Riga, wo die Finanzminister derzeit tagen, gehört werden?

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