Starökonom auf Abwegen Bric-Vater Jim O´Neill schreibt Brasilien, Indien, Russland ab

Von Arne Gottschalck
Von Bric bleibt nur noch C: Jim O'Neill, früher begeisterter Advokat der Bric-Länder, ist skeptisch geworden

Von Bric bleibt nur noch C: Jim O'Neill, früher begeisterter Advokat der Bric-Länder, ist skeptisch geworden

Foto: STRINGER/ REUTERS

Einst war Jim O'Neill nicht nur Chefvolkswirt und Vordenker von Goldman Sachs. Er war auch der geistige Vater des Akronyms "Bric", das Kürzel steht für Brasilien, Russland, Indien und China. Vier Länder, deren wirtschaftliche Bedeutung bald über die der Altmächte USA und Europa hinauswachsen sollen - und die sich trefflich als Wegweiser und Produktverpackung für milliardenschwere Anleger-Investitionen eigneten.

Doch nach einem Überholmanöver dieser vier Länder sieht es derzeit nicht aus, räumt O'Neill ein. Er ist inzwischen nicht mehr in seinem Büro in der Londoner Fleet Street zu finden, sondern reüssiert als privatisierter Denker.

"Von den vier Bric-Staaten (...) ist China der einzige, der meine bisherigen Wachstumserwartungen für dieses Jahrzehnt erfüllt hat", schreibt er in einem Kommentar für Project Syndicate .

"Zwischen 2011 und 2014 wuchs die chinesische Wirtschaft mit einer jährlichen Wachstumsrate von 8 Prozent. Wenn sie bis Ende des Jahrzehnts um circa 7 Prozent weiterwächst, wovon die Regierung und viele Beobachter ausgehen, wird sie eine durchschnittliche Wachstumsrate von 7,5 Prozent erreichen, was mit meiner Prognose übereinstimmt.

In der Tat scheint Russland im Chaos zu versinken, Brasilien wird von Korruptionsskandalen geschüttelt und Indien beginnt erst langsam seine alten Versprechen des Bürokratieabbaus einzulösen. Offenbar zu viel für den Vater der Brics.

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