Mittwoch, 11. Dezember 2019

Was Frauen im Beruf wirklich wollen Mehr Macht statt Work-Life-Balance

Sheryl Sandberg von Facebook dürfte nicht zu den Frauen gehören, denen vorgeworfen wird, sie achte zu sehr auf die eigene "work-live-balance".

Frauen im Berufsleben: Eine Veranstaltung der London Business School für Geschäftsfrauen zeigte jüngst, worauf es ihnen wirklich ankommt. Genau dannach wurden die Anwesenden befragt. Nur 14 Prozent strebten eine bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit an. 44 Prozent dagegen wollten Zufriedenheit - und 34 Prozent wollten sagen, wo es im Unternehmen lang gehen soll, schreibt "The Guardian". Sie wollen Macht.

Klar, die Befragung bietet eher "anectdotal evidence", wie die Briten sagen - ist eher Schlaglicht denn umfassende Studie. Der Befund dürfte dennoch viele überraschen, auch in vielen Unternehmen, in denen man davon ausging, dass Frauen sich eher um die "work-live-balance" sorgten denn um die eigene Karriere. "Wohlwollenden Sexismus", nennt diese Vorstellung Celia Moore, Assistenzprofessor an der London Business School.

Doch auch eine Studie des amerikanischen Center for Talent Innovation (CTI) weist in die gleiche Richtung wie die Befragung. Denn Frauen bräuchten nach dieser Studie fünf Dinge, um bei der Arbeit voranzukommen. Ein Gefühl der Kontrolle der eigenen Karriere, Anerkennung der eigenen Arbeit, einen Sinn darin zu finden, andere voranbringen zu können und finanzielle Sicherheit.

Flexibilität, die rechte Balance? Wurden nicht erwähnt. Entsprechend sind die Ergebnisse der jüngsten Befragung nicht überraschend, sondern nur konsequent. Denn zählt man die fünf Aspekte zusammen, so können sie in der Summe tatsächlich auch einen Machtzuwachs im Job bedeuten. Oder mehr Geld. Männern ist das schon lange klar - und Frauen offenbar auch. Nur hat es keiner gemerkt.

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