Stellenabbau und neue Führung Ex-Netflix-Manager wird neuer Chef von Peloton

Die eingebrochene Nachfrage nach Heimtrainern ließ den Börsenwert des Fitnessgeräte-Herstellers Peloton um 42 Milliarden Dollar einbrechen. Der Konzern tauscht daher seinen Chef aus und entlässt jeden fünften Mitarbeiter.
Peloton: Ein Führungswechsel und Einsparungen sollen den Fitnessgeräte-Hersteller aus der Krise führen.

Peloton: Ein Führungswechsel und Einsparungen sollen den Fitnessgeräte-Hersteller aus der Krise führen.

Foto: SHANNON STAPLETON / REUTERS

Der Fitnessgeräte-Spezialist Peloton will mit einem Chefwechsel und Sparmaßnahmen aus seiner Krise kommen. Mitgründer John Foley übergibt die Leitung des Unternehmens an Ex-Spotify- und Netflix-Manager Barry McCarthy. Das Unternehmen baut außerdem Stellen ab und ernennt neue Vorstandsmitglieder. Der Chefwechsel und die Sparmaßnahmen weisen darauf hin, dass Peloton seine Zukunft als eigenständiges Unternehmen absichern will.

Seit dem Kurssturz bei Peloton haben aktivistische Investoren den Druck auf das Unternehmen erhöht. Der Investor Blackwells Capital hatte zum Beispiel auf eine Ablösung von Foley gedrängt. Barry McCarthy, der den Spitzenjob ab Mittwoch übernimmt, war früher Finanzchef bei den Streaming-Spezialisten Netflix und Spotify. Er soll Peloton mit einem stärkeren Fokus auf Abo-Einnahmen statt Hardware-Verkäufen aus der Krise holen.

Mitgründer Foley wird nach seinem Abgang als CEO das Unternehmen aber nicht verlassen. Er werde in den Aufsichtsrat wechseln, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Peloton streicht 2800 Jobs, ein Fünftel seiner Stellen. Wie das "Wall Street Journal"  am Dienstag unter Berufung auf das Unternehmen berichtete, stoppt Peloton außerdem den Bau eines Werks.

Fitnessstudios öffnen wieder, Nachfrage bricht ein

Peloton zählte am Anfang der Pandemie zu den großen Gewinnern. Viele Kunden geschlossener Fitness-Studios holten sich die vergleichsweise teuren Trainingsräder und Laufbänder der Firma nach Hause. Doch der Boom flaute mit Lockerung der Corona-Beschränkungen ab, während Peloton offensichtlich die Nachfrage überschätzte. Im November musste das New Yorker Unternehmen seine Umsatzprognose für das bis Mitte 2022 laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen - um bis zu eine Milliarde Dollar.

Da der Börsenwert von Peloton angesichts der Probleme von einst rund 50 Milliarden auf 8 Milliarden Dollar eingebrochen ist, gibt es Spekulationen, dass möglicherweise Amazon und Nike Übernahmeangebote unterbreiten könnten.

Die Peloton-Aktie , die zuletzt angesichts der Übernahmespekulationen um rund ein Fünftel hochsprang, stieg an der Wall Street um zehn Prozent. In den vergangenen drei Monaten hatte sie zeitweise mehr als 70 Prozent verloren.

dri/afx/dpa/reuters