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Folgen der hohen Energiepreise Der Auszug der deutschen Industrie

Explodierende Energiepreise drücken immer mehr deutsche Unternehmen an die Wand. Etliche planen ihre Abwanderung. Gleichzeitig erreichen die Investitionen deutscher Firmen in China Rekordniveau.
aus manager magazin 10/2022
Auf und davon: Immer mehr Industriefirmen denken über eine Abwanderung nach oder müssen die Produktion in Deutschland einstellen (im Bild die Produktion der Salzgitter AG)

Auf und davon: Immer mehr Industriefirmen denken über eine Abwanderung nach oder müssen die Produktion in Deutschland einstellen (im Bild die Produktion der Salzgitter AG)

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Die Otto Fuchs KG ist so etwas wie Hinrich Mählmanns (66) Lebenswerk. Seit der ehemalige Haniel-Manager im Januar 2008 inmitten der Finanzkrise als geschäftsführender Gesellschafter zu dem Auto- und Luftfahrtzulieferer in Meinerzhagen stieß, hat er den Hidden Champion aus dem Sauerland zu neuer Blüte geführt.

Alarmiert: Hinrich Mählmann, Beiratsvorsitzender bei Otto Fuchs, fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

Alarmiert: Hinrich Mählmann, Beiratsvorsitzender bei Otto Fuchs, fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

Foto: Dominik Asbach für manager magazin

Die Expansion nach China, eine moderne Spartenorganisation und kräftiges Umsatzwachstum gehen auf Mählmanns Einsatz zurück. Rund 10.000 Beschäftigte produzieren 5000 individualisierte Präzisionsteile für die Luftfahrt- und die Autobranche. Der Kundenstamm reicht von Airbus bis Lamborghini, die Erlöse liegen bei drei Milliarden Euro.

Bevor Mählmann im Sommer dieses Jahres an die Spitze des Beirats von Otto Fuchs gewechselt ist, hat er eine Roadmap zur CO₂-Reduktion auf den Weg gebracht. Zum Jahresende soll sie stehen, mit präzise definierten Jahresschritten, die sich am Pariser Klimaabkommen orientieren: Klimaneutralität bis 2045 ist das Ziel. Schon zwischen 2015 und 2020 hat Otto Fuchs rund 800 Millionen Euro in Wachstum und Energieeffizienz investiert.

Ein gut bestelltes Feld wollte der Manager und Anteilseigner der Familie Fuchs hinterlassen. Stattdessen nun – nichts als Sorgen.

An einem Dienstag in diesem Herbst, Mählmann macht gerade Urlaub in der Nähe von Wilhelmshaven, skizziert er im Videotelefonat ein düsteres Bild: Auf Rekordniveau gestiegene Gaspreise und ein außer Kontrolle geratener Strommarkt drohen das Unternehmen an die Wand zu drücken.

Noch ist der größere Teil des Energiebedarfs preislich abgesichert, doch die Verträge laufen nur bis ins nächste Jahr. Wenn man dann zu weiter steigenden Preisen Gas und Strom einkaufen müsse, sagt Mählmann, sehe er in Deutschland keine Perspektive mehr. "Dann ist eine Produktion in Deutschland nicht mehr sinnvoll."

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