Marke wird in Russland nicht weitergeführt Obi verschenkt russische Baumärkte an einen Investor

Tengelmann-Chef Christian Haub hat fest mit einer Enteignung in Russland gerechnet. Nun verschenkt er die 27 Märkte der Baumarkttochter Obi an einen Investor, um einer solchen Entwicklung zuvorzukommen.
Obi-Baumarkt in Russland: Die 27 Baumärkte werden verschenkt, die Marke wird in Russland nicht weitergeführt

Obi-Baumarkt in Russland: Die 27 Baumärkte werden verschenkt, die Marke wird in Russland nicht weitergeführt

Foto: imago stock / IMAGO/ITAR-TASS

Die Baumarkt-Kette Obi stößt ihre russischen Baumärkte ab und bekommt dafür kein Geld. Man habe am Dienstag "alle juristischen Einheiten ohne Kaufpreiszahlung an einen Investor übertragen", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wermelskirchen mit. Die Zustimmung zuständiger Behörden stehe aber noch aus.

Unter dem neuen Eigentümer wird die Marke "Obi" in Russland nicht weitergeführt. Damit sei man "weder direkt noch indirekt in Russland tätig", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte Obi bereits Anfang März bekannt gegeben, sich aus dem Markt zurückzuziehen. Nun ist dieser Rückzug vollzogen.

Im Gespräch mit manager magazin hatte Tengelmann-Chef Christian Haub seine Entscheidung, Russland den Rücken zu kehren, ausführlich erläutert. Haub rechnete fest mit einer Enteignung in Russland und kommt mit der Entscheidung, die Baumärkte zu verschenken, einer solchen Entwicklung zuvor. 

Die Tengelmann-Tochterfirma hatte in Russland nach eigenen Angaben 27 Baumärkte und 4900 Mitarbeiter. Gemessen an der Gesamt-Belegschaft machte Russland für die Baumarktkette etwa ein Zehntel aus: Obi hatte im März insgesamt 48 000 Beschäftigte und 670 Märkte in elf Staaten, Schwerpunkt ist Deutschland. Nun fällt der Russland-Anteil weg.

la/dpa-afx