3000 neue Jobs VW-Partner Northvolt baut in Schleswig-Holstein Batteriezellfabrik

Der VW-Partner Northvolt wird in Schleswig-Holstein eine Batteriezellfabrik mit 3000 neuen Jobs bauen. Die "Gigafactory" soll bei voller Auslastung ab 2025 Batterien für rund eine Million E-Autos im Jahr herstellen.
Das erste Northvolt-Werk im nordschwedischen Skellefteå nahm Ende 2021 die Produktion von Batteriezellen auf. In Schleswig-Holstein soll die neue Batteriezellen-Fabrik 2025 mit der Produktion beginnen.

Das erste Northvolt-Werk im nordschwedischen Skellefteå nahm Ende 2021 die Produktion von Batteriezellen auf. In Schleswig-Holstein soll die neue Batteriezellen-Fabrik 2025 mit der Produktion beginnen.

Foto: HANDOUT / AFP

Der schwedische Batteriezellhersteller Northvolt, an dem Volkswagen zu einem Fünftel beteiligt ist, will eine Fabrik nahe der schleswig-holsteinischen Stadt Heide mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen bauen. Ab 2025 sollen dort jedes Jahr Batterien mit einer Kapazität von 60 Gigawattstunden (GWh) produziert werden, berichtet der NDR . Die Kapazität würde für etwa eine Million E-Fahrzeuge ausreichen.

Das Unternehmen hatte am Montagabend seine Pläne den Gemeinden vor Ort vorgestellt. Eine entsprechende Absichtserklärung werde gemeinsam mit der Landesregierung sowie der Region Heide unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Parallel zur Fertigung soll eine Anlage zum Recycling von Altbatterien ausrangierter E-Autos entstehen. Details zu der Recycling-Anlage nannte Northvolt nicht. Das Unternehmen will bis 2030 die Hälfte seines Rohstoffbedarfs aus Recycling decken.

Für die Standortwahl spricht aus Sicht der Schweden neben der günstigen Lage zwischen Nord- und Mitteleuropa der "Reichtum an sauberer Energie" im Norden. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, Batterien für E-Autos mit "dem geringsten ökologischen Fußabdruck in Kontinentaleuropa" herzustellen.

Der Standort Heide sei der "Schlüssel zur Verwirklichung dieses Ziels", sagte der Chef und Mitbegründer von Northvolt, Peter Carlsson (51), laut Mitteilung. "Die Region beherbergt das sauberste Energienetz Deutschlands, das sich durch einen Überschuss an Strom aus On- und Offshore-Windkraft auszeichnet und durch saubere Energie, die über Netzkopplungen mit Dänemark und Norwegen bereitgestellt wird, verstärkt wird."

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (60) zeigte sich begeistert von den Plänen: "Das ist ein Megaprojekt, eine Gigafactory, ein Game Changer für die Westküste", sagte Buchholz. Eine solche Batteriefabrik wäre für Schleswig-Holstein so etwas wie Tesla für Brandenburg. So wie der US-Elektroautohersteller nennt auch Northvolt die Fabrik "Gigafactory". Online haben die Schweden bereits erste Stellen für den Standort Heide ausgeschrieben. Mit der geplanten Fabrik in Schleswig-Holstein würde sich die Kapazität von Northvolt auf insgesamt 170 GWh erhöhen.

Northvolt arbeitet eng mit Europas größtem Autohersteller Volkswagen zusammen. Das erste Northvolt-Werk im nordschwedischen Skellefteå nahm Ende 2021 die Produktion von Batteriezellen auf. Komplette Batteriesysteme will Northvolt zudem in einem Werk im polnischen Danzig produzieren. Auch möchte Northvolt im schwedischen Göteborg mit Volvo eine Batteriezellfertigung aufbauen.

rei/Reuters/DPA
Mehr lesen über