Telekom-Konkurrent Vodafone-Chef tritt kurzfristig ab – CFO übernimmt

Der britische Telekom-Konkurrent Vodafone muss sich eine neue Führungsspitze suchen: CEO Nick Read bittet unerwartet um die Auflösung seines Vertrages. Finanzvorständin Margherita Della Valle wird ihn vorläufig ersetzen.
Ersetzt Vodafone-CEO Nick Read: Finanzchefin Margherita Della Valle

Ersetzt Vodafone-CEO Nick Read: Finanzchefin Margherita Della Valle

Foto: Ed Robinson / OneRedEye

Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone muss sich überraschend einen neuen Chef suchen. Nick Read (58) werde zum Jahresende nach vier Jahren seinen Posten aufgeben und bis Ende März nächsten Jahres als Berater zur Verfügung stehen, teilte der Deutsche-Telekom-Konkurrent am Montag in London mit.

Übergangsweise werde Finanzvorständin Margherita Della Valle das Unternehmen leiten. Die Suche nach einem Nachfolger sei eingeleitet. Read stand seit 2018 an der Spitze des britischen Telekommunikationskonzerns. Seit seinem Eintritt bei Vodafone im Jahr 2001 hatte er eine Reihe von Führungspositionen inne, darunter CFO, CCO und CEO von Vodafone Limited, der britischen Betreibergesellschaft.

Investoren übten Druck auf Read auf

Zuletzt lief es nicht rund für Vodafone. So rechnet der Telekommunikationsanbieter im Gegensatz zur Konkurrenz für das laufende Geschäftsjahr mit einer eher schwachen Gewinnentwicklung. Der Telekommunikationskonzern verlor in den vergangenen fünf Jahren mehr als ein Drittel seines Börsenwerts. Der aktivistische Investor Cevian Capital forderte das Unternehmen daher immer wieder auf Netze in Märkten, die weniger profitabel sind und unter großem Konkurrenzdruck stehen, zu veräußern oder mit Konkurrenten zusammenzulegen. Zusätzlich hinkt Vodafone bei der Schließung von Funklöchern hinterher.

Auch andere Investoren haben in den vergangenen Monaten Druck auf Read aufgebaut. Ein Top-20-Investor sagte der "Financial Times": "Wir haben ernsthafte Zweifel, dass das Unternehmen mit seinem bisherigen CEO und seiner Strategie Glaubwürdigkeit wiederherstellen kann. Es gab zu viele Enttäuschungen und verpasste Chancen." Wenn Read nicht bald erfolgreich sei, seien seine Tage in der Position gezählt.

Reads Abgang ist nicht der Erste in diesem Jahr. Bereits im Juli kam es zu einem größeren Personalwechsel, nachdem Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter seinen Posten verlassen hatte.

mje/ dpa-afxp
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