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New Economy

Kehrt jetzt eine neue Bescheidenheit in die Marktwirtschaft ein?
Von Arno Balzer
aus manager magazin 11/2008

Es sind wahrhaft historische Umbrüche, die die Weltwirtschaft derzeit erlebt. Das bisherige Modell der finanzmarktgetriebenen Globalisierung und seine stolzesten Institutionen - die Großbanken - sind ins Rutschen geraten. Am Ende dieser Umwälzungen wird eine radikal veränderte ökonomische Landschaft stehen: neue Wirtschaftsstrukturen, ein neues wirtschaftspolitisches Paradigma, eine neue Weltordnung - vollkommen veränderte Rahmenbedingungen, unter denen Manager und Unternehmer wirken werden.

Selbstverständlich finden diese Entwicklungen auch im vorliegenden Heft ihren Niederschlag. Was vom Mythos der Deutschen Bank übrig bleibt, haben Ulric Papendick und Dietmar Student recherchiert (Seite 40). MAN-Chef Håkan Samuelsson diskutierte mit mm über die Auswirkungen des Finanzcrashs auf die Industrie (Seite 62). Einen Akt der Selbstläuterung fordert Bundespräsident Horst Köhler von den Bankern (Seite 94). Die Folgen des zunehmenden Einflusses des Staates in der Wirtschaft, weit über den Finanzsektor hinaus, analysieren Henrik Müller und Christian Rickens in ihrem Report "Wie links wird Deutschland?" (Seite 86).

IM CRASHTEST befindet sich auch die Automobilindustrie. Die Kunden kaufen nicht mehr. Der Einbruch trifft die Branche zur Unzeit. Ausgerechnet jetzt, wo die Hersteller in die Öko-Offensive gehen müssen und Milliarden für neue Technologien notwendig sind, schmelzen die Gewinne dahin. Für die deutschen Hersteller birgt die Krise allerdings auch Chancen. "Im internationalen Vergleich sind sie besser gerüstet", hat mm-Redakteur Michael Freitag analysiert. Seine Titelgeschichte über die Zukunft der deutschen Autobauer lesen Sie ab Seite 30.

AUSZEICHNUNGEN FÜR DIE MM-REDAKTION: Für die Titelgeschichte "Zerstört der Superkapitalismus die Demokratie?" (siehe Bild links), in der wir bereits im Heft 3/2008 auf die gesellschaftlichen Rückwirkungen des außer Kontrolle geratenen Finanzkapitalismus hinwiesen, werden die Kollegen Wolfgang Hirn und Henrik Müller mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis (3. Platz) ausgezeichnet. Zudem erhält mm-Redakteur Christian Rickens den Deutschen Journalistenpreis (3. Platz) für den Report "Geschlossene Gesellschaft" in Heft 2/2008. Seine These: In hiesigen Konzernen gebe es eine "hartnäckige Monokultur" in den Chefetagen - zu wenige Frauen, zu wenige Ausländer -, was für die Unternehmen zunehmend zum Wettbewerbsnachteil werde.

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