Kontroverses Bild Dutzende Topmanager – und keine einzige Frau

Ein Foto vom Rande der Münchner Sicherheitskonferenz sorgt für Entrüstung im Netz. Es zeigt amtierende und ehemalige Manager beim Mittagessen. Frauen sind nicht zugegen. Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser gibt sich selbstkritisch.
Speisende Manager und Ex-Manager im Hotel Bayerischer Hof am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz

Speisende Manager und Ex-Manager im Hotel Bayerischer Hof am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz

Foto: Michael Bröcker / dpa

Das Foto eines Mittagessens amtierender und früherer Topmanager am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz provoziert in den sozialen Medien Kritik. Zu sehen ist ein großer Tisch, an dem rund 30 Männer mittleren Alters bei einem Businesslunch zusammensitzen – unter ihnen keine einzige Frau.

Der Chefredakteur von "The Pioneer", Michael Bröcker, hatte das Foto am Samstag auf Twitter verbreitet . Wann genau das Bild entstanden ist, war zunächst unklar.

Nach Angaben der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz liegt die Frauenquote unter den Sprechern im Hauptprogramm bei 45 Prozent. In der Runde der bei der Konferenz vertretenen Topmanager ist das Verhältnis offensichtlich ein anderes.

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Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli (43) twitterte  dazu: »Dieses Bild ist wie aus einer anderen Welt. Es ist aber keine andere Welt. Es ist Realität im Jahr 2022. So sieht das CEO Lunch auf der #MSC2022 aus. Hier ist Macht und hier fehlen Frauen. Wir haben noch sehr viel zu tun.«

Joe Kaeser (64), ehemals Vorstandsvorsitzender von Siemens, der auch in der Runde auf dem Foto zu sehen ist, gab sich selbstkritisch: "Nächstes Jahr machen wir das besser", schrieb er . "Ich werde das morgen bei der Feedback Sitzung des MSC Advisory Committees ansprechen." Chebli antwortete prompt: "Ich habe da ein paar Ideen."

Kritik gab es an dem Foto auch, weil die Manager trotz Coronapandemie eng beieinandersaßen. Kaeser schrieb dazu: "Es herrscht 2G+ und PCR-Test jeden Morgen VOR Beginn der Sitzungen. Sonst wäre das tatsächlich verantwortungslos."

ssu/dpa