Munich Re Quartalsgewinn bricht um fast ein Drittel ein

Die Turbulenzen am Kapitalmarkt haben den weltgrößten Rückversicherer viel Geld gekostet. Das Kapitalanlage-Ergebnis hat sich halbiert, der Nettogewinn der Munich Re brach um fast ein Drittel ein. Analysten hatten Schlimmeres erwartet.
Wie ein Fels in der Brandung: Der Rückversicherer Munich Re gibt sich trotz eines massiven Gewinneinbruchs im zweiten Quartal zuversichtlich, 3,3 Milliarden Euro Konzerngewinn in diesem Jahr zu erreichen

Wie ein Fels in der Brandung: Der Rückversicherer Munich Re gibt sich trotz eines massiven Gewinneinbruchs im zweiten Quartal zuversichtlich, 3,3 Milliarden Euro Konzerngewinn in diesem Jahr zu erreichen

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Die Verwerfungen an den Kapitalmärkten machen der Munich Re zu schaffen. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 768 Millionen Euro ein, weil sich das Ergebnis aus den Kapitalanlagen beim weltgrößten Rückversicherer halbierte. Währungsgewinne konnten die Verluste mit Derivaten auf festverzinsliche Papiere und Abschreibungen auf Aktien nicht wettmachen.

Gleichwohl übertraf der Konzern damit aber die Prognosen von Analysten, die ihr nur einen Gewinn von 719 Millionen Euro zugetraut hatten. Vorstandschef Joachim Wenning (57) blieb am Dienstag aber zuversichtlich, den Gewinn in diesem Jahr wie geplant auf 3,3 (2021: 2,9) Milliarden Euro zu steigern. Nach sechs Monaten hat die Munich Re knapp 1,4 Milliarden Euro erreicht. Die Aktie der Munich Re  gewann gegen Mittag mehr als 1 Prozent.

"Die operative Profitabilität des Geschäfts ist sehr gut, gleichzeitig sind wir erneut deutlich und profitabel gewachsen", sagte Wenning. Er verwies darauf, dass der Rückversicherer noch ein ungenutztes Großschadenbudget von 2,7 Milliarden Euro habe. Im ersten Halbjahr waren die Schäden aus Naturkatastrophen und anderen Unglücken unterdurchschnittlich. Die Hurrikan-Saison in den USA, die Klimaforschern zufolge in diesem Jahr besonders aktiv ausfallen könnte, hat aber erst begonnen. Für Schäden aus der Ukraine-Krise legte der Konzern im zweiten Quartal weitere 90 Millionen Euro zurück; insgesamt kostet der Krieg die Munich Re bisher 200 Millionen Euro.

Renditeziel für eigene Kapitalanlagen gesenkt, Zinsanstieg langfristig positiv

Die Renditeerwartungen für die eigenen Kapitalanlagen nahm der Rückversicherer zurück: Nun ist von "mehr als 2,0 Prozent" die Rede, bisher hatte sie mindestens 2,5 Prozent angepeilt. Auf lange Sicht sei der Zinsanstieg, der die Bewertungsreserven auf die Kapitalanlagen derzeit drückt, positiv. "Der Zinsanstieg wird uns langfristig Rückenwind geben, indem wir von höheren, laufenden Kapitalanlageerträgen profitieren", sagte Wenning.

Zuversichtlich stimmen ihn auch die Verhandlungen mit den Erstversicherern und Maklern. Bei der zum 1. Juli anstehenden Erneuerung von Verträgen - vor allem in Nord- und Südamerika sowie in Australien, habe man sechs Prozent mehr Geschäft gezeichnet, bei stabilen Preisen. "Jetzt ist die Zeit, Chancen in sich weiter verhärtenden Märkten zu nutzen." Im zweiten Quartal stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um acht Prozent auf 15,85 Milliarden Euro.

rei/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.