Mehr Gewinn und Dividende Münchener Rück wie ein Fels in der Brandung

Naturkatastrophen und Pandemie konnten dem weltgrößten Rückversicherer nicht wirklich etwas anhaben: Die Münchener Rück übertrifft 2021 das eigene Gewinnziel – die Dividende soll auf elf Euro steigen.
Hurrikan "Ida": Für die Münchener Rück war der Sturm mit 1,2 Milliarden Euro der größte Schadensbringer

Hurrikan "Ida": Für die Münchener Rück war der Sturm mit 1,2 Milliarden Euro der größte Schadensbringer

Foto: Gerald Herbert / dpa

Die Münchener Rück hat ihr selbstgestecktes Gewinnziel trotz zusätzlicher Belastungen aus der Corona-Krise übertroffen und will im neuen Jahr an alte Erfolgsmaßstäbe anknüpfen. Der weltgrößte Rückversicherer erwirtschaftete im vergangenen Jahr ein Nettoergebnis von 2,93 (2020: 1,21) Milliarden Euro, wie er am Mittwoch in München mitteilte. Angepeilt hatte der Konzern 2,8 Milliarden Euro, Analysten hatten im Schnitt mit knapp 2,9 Milliarden Euro gerechnet.

Während die Belastungen aus der Corona-Pandemie - vor allem durch Absagen von Großveranstaltungen und Betriebsunterbrechungen - deutlich zurückgingen, schlug wie befürchtet eine steigende Zahl von Covid-19-Toten in der Leben-Rückversicherung mit 785 Millionen Euro zu Buche. Vor allem in den USA, Südafrika und Indien starben deutlich mehr Menschen als gewohnt.

Für das neue Jahr peilt Vorstandschef Joachim Wenning (57) einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden Euro an; die Pandemie dürfte dann nur noch mit 300 Millionen Euro zu Buche schlagen. Auf mehr als drei Milliarden Euro Gewinn war die Münchener Rück zuletzt 2015 gekommen, 3,3 Milliarden wären der höchste Wert seit 2013. Wenning hat dem Rückversicherer einen Wachstumskurs verordnet, um die Ergebnisse nach oben zu treiben.

Rückversicherer zeichnet 15 Prozent mehr Neugeschäft

Das zeigt sich auch bei den Verhandlungen zur Erneuerung der Verträge mit den Erstversicherern zum 1. Januar. Hier zeichnete die Münchener Rück fast 15 Prozent mehr Geschäft, obwohl die Preise, bereinigt um die wachsenden Risiken, nur um 0,7 Prozent stiegen. Auch für die nächsten Erneuerungsrunden im April und Juli biete das Marktumfeld attraktive Wachstumsmöglichkeiten, hieß es. Die Beitragseinnahmen will Wenning im laufenden Jahr auf rund 61 Milliarden steigern.

Bereits 2021 war die Münchener Rück mit 59,6 Milliarden Euro - einem Plus von 8,5 Prozent - auf ein Rekordergebnis gewachsen. Den Löwenanteil zum Gewinn steuerte erneut die Rückversicherung bei, obwohl sich die Schäden aus Naturkatastrophen auf 3,1 Milliarden Euro verdreifachten. Größter Schaden war der Hurrikan "Ida" mit 1,2 Milliarden. Die Flutkatastrophe an Ahr und Erft im Juli kostete die Münchener Rück eine halbe Milliarde Euro. Die Corona-Schäden in der Schaden- und Unfallversicherung gingen dagegen auf 212 Millionen Euro zurück. Die Erstversicherungs-Tochter Ergo übertraf mit einem Gewinn von 605 (517) Millionen Euro ihr Ziel.

Dividende soll um 12 Prozent auf elf Euro steigen

Von den steigenden Gewinnen sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Münchener Rück erhöht die Dividende um zwölf Prozent auf elf Euro, wie sie am Dienstag angekündigt hatte. Weil die Kapitaldecke mit einer Solvenzquote von 227 (Ende 2020: 208) dicker ist als geplant, will sie nach zwei Jahren Pause auch den Rückkauf eigener Aktien wieder aufnehmen. Von Ende April an sollen dafür innerhalb eines Jahres bis zu einer Milliarde Euro ausgegeben werden.

rei/Reuters