Kreditklemme Unternehmer appellieren an Merkel

Deutschlands Wirtschaftsverbände haben die Bundesregierung davor gewarnt, dass viele hiesige Unternehmen in schwere Finanzierungsprobleme geraten könnten. Die Unternehmen hätten bald erhebliche Probleme, bei ihren Banken noch Kredite zu bekommen. Die Geldhäuser nähmen den Unternehmen mit immer neuen Forderungen die Luft zum Überleben.

Berlin - Die Wirtschaft befürchtet eine bedrohliche Kreditverknappung in den kommenden Monaten. Die Liquiditätsprobleme könnten "spätestens im Sommer existenzbedrohend werden", zitierte das "Handelsblatt" aus einer gemeinsamen Erklärung führender Wirtschaftsverbände an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Regierung habe zwar bereits mit dem Kredit- und Bürgschaftsprogramm eine Brücke gebaut, heißt es nach Angaben der Wirtschaftszeitung in dem Schreiben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). "Die Hürden sind jedoch viel zu hoch, um der angesprochenen Liquiditätsprobleme Herr zu werden."

Die Wirtschaftsverbände bemängelten, die Kreditinstitute stellten höhere Anforderungen an Sicherheiten oder bewerteten vorhandene Sicherheiten geringer als zuvor. Außerdem sei der Zugang zu den Kreditprogrammen der Förderbanken langwierig oder die Hürden seien zu hoch. Selbst Unternehmen mit guter Auftragslage gerieten in Finanzierungsschwierigkeiten, weil Warenkredit- und Exportversicherungen fehlten, beklagten die Verbände.

Merkel hatte sie anlässlich eines Spitzentreffens Ende April um Lösungsvorschläge für die angespannte Finanzierungssituation von Unternehmen gebeten. Nun forderten die Verbände unter anderem ein Bürgschaftsprogramm für Kreditversicherungen und Nachbesserungen am Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW. So sollten die Durchleitungszeiten verkürzt und der Informationsaustausch zwischen KfW und Hausbanken intensiviert werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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