Mittelstandsfinanzierung Heuschrecke ersetzt Bank

Der deutsche Mittelstand profitiert einer Studie zufolge vom wachsenden Engagement von Beteiligungsfirmen. Die Unternehmen öffnen sich Kapitalinvestoren, weil sie von Banken unabhängiger werden wollen.

Nürnberg/München - Der Trend zu Kapitalinvestitionen in mittelständische Unternehmen halte unvermindert an, ergab die heute vorgestellte Befragung deutscher Beteiligungsfirmen durch die Nürnberger Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner. Dadurch sei die wegen der Kreditkrise befürchtete Finanzierungsflaute bei mittelständischen Investitionen ausgeblieben.

65 Prozent der Beteiligungsfirmen sehen sich demnach durch die Kreditkrise nicht beeinträchtigt. Als Wachstumsbranche Nummer eins gelte die Umwelttechnologie. An der Umfrage hatten sich rund 100 Private-Equity-Firmen beteiligt.

"Private Equity hat sich als feste Größe zur Wachstumsfinanzierung etabliert", sagte Wolfgang Kraus von Rödl & Partner. Damit habe sich die Stimmung nach der "Heuschrecken"-Debatte grundsätzlich verändert. 90 Prozent der befragten Beteiligungsfirmen hätten festgestellt, dass der Zugang zum Mittelstand leichter geworden sei. "Viele Firmen möchten sich von Kreditinstituten unabhängiger machen und öffnen sich für Kapitalinvestoren."

Im vergangenen Jahr hätten Beteiligungsfirmen in Deutschland 4,1 Milliarden Euro investiert und damit etwa eine halbe Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Die Zahl der beteiligungsfinanzierten Unternehmen stieg von 970 im Vorjahr auf 1078 im vergangenen Jahr. Als attraktivste Investitionsstandorte gelten der Studie zufolge Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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