Maschinenbau Ende der Rekordjagd

Nach einem Auftragseinbruch im Mai neigt sich die Rekordjagd der deutschen Maschinenbauer dem Ende zu. Nicht nur im Auslandsgeschäft sorgt der starke Euro für ein zweistelliges Minus. Der Verband stellt sich auf einen Zeitenwechsel ein.

Frankfurt am Main - Das rasante Wachstumstempo werde wegen der Abschwächung der Weltwirtschaft im weiteren Jahresverlauf an Tempo verlieren, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch mit.

"Die konjunkturelle Sonderphase ist vorbei", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. "Wir werden keine zweistelligen Wachstumsraten mehr haben."

Der Verband hält aber an seiner Prognose von fünf Prozent Produktionsplus in diesem Jahr fest und erwartet 2008 das fünfte Wachstumsjahr in Folge.

Im Mai brachen die Aufträge um real zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Das Minus betrug sowohl im Inland- als auch in dem ansonsten starken Auslandsgeschäft zwölf Prozent. Der Wert sticht negativ aus einem jahrelangen Aufwärtstrend hervor. "Diesmal gab es weder Verzerrungen durch eine unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen noch durch Großanlagengeschäft", kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers das Ergebnis.

"Wieder an Minuswerte gewöhnen"

Im April hatten die Firmen noch einen deutlichen Zuwachs von 35 Prozent verbucht und den leichten Dämpfer aus dem März mehr als wettgemacht. Bislang hat die Branche seit Jahresbeginn nicht schlechter abgeschnitten als im Vorjahr: Von Januar bis Ende Mai übertraf der Bestelleingang laut Verband das ohnehin schon hohe Vorjahresniveau um sechs Prozent. Doch nun trübe sich das Klima und die Stimmung ein.

"Wir werden uns wieder daran gewöhnen müssen, dass auch mal ein Minuswert dabei ist", sagte Wortmann. Das sei in der Vergangenheit vollkommen normal gewesen. "Wir haben das nur in dieser Boomphase gerne verdrängt." Trotz der schlechten Zahlen hat der Verband keine Zweifel, seine Prognose von fünf Prozent Produktionszuwachs 2008 zu erreichen. "Das haben wir schon so gut wie sicher", sagte Wortmann.

Der Auftragsbestand reiche bis in den Herbst. 2007 hatte die deutsche Schlüsselindustrie ein Rekordjahr mit einem Produktionsplus von elf Prozent erzielt.

Den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern droht auch Unbill von anderer Seite. Die Preisexplosion bei Rohstoffen, wie etwa bei Eisenerz, gefährdet in Deutschland zahlreiche Arbeitsplätze, vor allem im Mittelstand.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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