Umfrage Mittelstand scheut Börsengang

Mittelständische Unternehmen in Deutschland sind für einen Börsengang nicht zu begeistern. Sie setzen vielmehr auf Wachstum durch Übernahmen im Inland, wie eine Umfrage jetzt zeigt.

München - Der Gang an die Börse ist für die meisten mittelständischen Unternehmen in den westlichen Industriestaaten einer Umfrage zufolge nur von geringem Interesse. In Deutschland liege der Anteil der Firmen, die über einen Gang aufs Parkett innerhalb der nächsten drei Jahren nachdenken, bei gerade einmal 3 Prozent, heißt es in einer von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton in Auftrag gegebenen Umfrage unter 7800 Unternehmen in 34 Ländern. Damit gehöre Deutschland zu den weltweiten Schlusslichtern.

In Nordamerika und Europa liege der Durchschnitt bei 9 beziehungsweise 8 Prozent, heißt es in der Umfrage weiter. Am größten sei die Bereitschaft, sich Geld über die Börse zu besorgen, in Schwellenländern wie China, Brasilien, Indien und Russland. Demnach verfolgt in diesen Ländern fast die Hälfte der befragten Mittelständler Börsenpläne.

Etwas anders sieht es dagegen beim Thema Wachstum durch Übernahmen aus. Immerhin ein Viertel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland will in den nächsten drei Jahren zukaufen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Firmen im Inland. Nur rund ein Drittel der deutschen Mittelständler will sich im Ausland nach Akquisitionszielen umsehen. In Deutschland wurden rund 400 Unternehmen befragt.

Auch bei der Bereitschaft zu Übernahmen sind die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Indien, Russland und China) vorne. Hier liegt der Anteil der Unternehmen, die Zukäufe planen, bei knapp 60 Prozent. In Europa sind es 30 Prozent und in Nordamerika 48 Prozent. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 44 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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