Analyse Passender Standort per Mausklick

Standortanalysen sind aufwendig und teuer. Dennoch sind auch kleine und mittlere Unternehmen auf eine Vielzahl von Informationen angewiesen, bevor sie die Entscheidung für eine Investition treffen. Hilfe verspricht eine standardisierte Online-Standortabfrage – sie spart Zeit und Geld.

Hamburg - Es sind Fragen, die sich immer häufiger stellen, aber oft vertagt werden. Ein Maschinenbauer mit 20 Millionen Euro Umsatz zum Beispiel will expandieren und ein Werk in Osteuropa errichten, um vom Wachstum der Schwellenländer stärker zu profitieren und die eigene Marktposition zu verteidigen.

Doch wo liegen die am besten geeigneten Regionen für das Werk? Welcher Standort passt zu den speziellen Anforderungen des Geldgebers? Die Investitionsentscheidung zu vertagen, weil sich darauf so schnell keine belastbaren Antworten finden lassen, könnte sich im heutigen Markt schnell rächen.

Große Konzerne beschäftigen in der Regel Berater und Standortanalysten, um die infrage kommenden Regionen detailliert prüfen zu lassen. Für mittelständische Unternehmen scheidet diese Option häufig aus Kostengründen aus: Andererseits sollte sich niemand lediglich auf sein Bauchgefühl verlassen, wenn er eine Investition in Millionenhöhe tätigen möchte.

Individuelle Standortanalysen

Ähnliche Fragen stellen sich nicht nur produzierende Unternehmen, sondern auch andere Investoren. Ein Geldgeber sucht zum Beispiel nach einem Standort für ein Bürogebäude in einer mittleren Großstadt - welche deutschen Städte zwischen 150.000 und 350.000 Einwohnern sind für das geplante Investment am besten geeignet? Oder eine Gemeinde in Deutschland bietet ein großes Areal zur Nutzung an: Wo liegen die Stärken und Schwächen dieses Standorts im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher Größe? Welcher Schwerpunkt könnte sich daraus für eine Nutzung des Areals ergeben?

Standortanalysen innerhalb weniger Minuten und für einen überschaubaren Preis: Das funktioniert nur mit stark verdichteten und standardisierten Methoden, meint Henner Lüttich von der Standortberatungsfirma Contor . Er berät Unternehmen bei der Standortsuche und Städte, Gemeinden sowie ganze Regionen bei der Analyse ihrer Standorte. Mit dem Modell Contor Regio  bietet Lüttich interessierten Unternehmen zudem seit Herbst dieses Jahres die Möglichkeit, Standortanalysen in wenigen Arbeitsschritten selbst online zu erstellen.

Zugriff auf 1400 EU-Regionen

Ein "erheblicher Teil" an standortrelevanten Informationen von Unternehmen oder auch von Städten lasse sich auf diese Weise innerhalb weniger Minuten decken, meint Lüttich. Bei der Online-Standortanalyse würden eine Vielzahl von Faktoren und Daten sowie entsprechende Analysealgorithmen in ein geschlossenes System gegossen: Über die Eingabemasken des Systems kann jeder Nutzer dann seine eigenen, individuellen Analysen, Standortrankings und Stärken-Schwächen-Analysen erstellen.

Dabei greift das Contor-Regio-System  auf sämtliche, rund 12.000 Gemeinden Deutschlands sowie auf rund 1400 EU-Regionen zurück. Auch manager magazin hat mehrere große Standortvergleiche mithilfe von Lüttichs Contor-Modell erstellt (siehe "Eldorado Europa", "Fluchtpunkt Austria", "Deutschland kriegt die Kurve", "Boomplaces 2010").

"Es gibt keine schlechten Standorte, sondern lediglich Standorte, die nicht für jeden Zweck und jedes Unternehmen geeignet sind", sagt Lüttich. Dennoch könne die Wahl des falschen Standorts für ein Unternehmen existenzbedrohend werden. Mit dem neuem Online-Werkzeug   könnten Interessierte innerhalb von 30 bis 60 Minuten individuelle Analysen anhand von bis zu 70 Standortfaktoren erstellen, so Lüttich. Das Ergebnis der Standortanalyse werde dann per E-Mail zugeschickt, der Preis pro Analyse betrage unter 350 Euro.

manager-magazin.de

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