Investivlohn DGB will Beteiligung "on top"

Gewerkschaftschef Michael Sommer kritisiert die Modelle der großen Koalition zur Mitarbeiterbeteiligung. Der Investivlohn dürfe reguläre Lohnerhöhungen nicht ersetzen, verlangt der DGB-Vorsitzende. Andernfalls gebe es ein "Nullsummenspiel" für die Arbeitnehmer.

Berlin - Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer betrachtet das Konzept der Union zu einer stärkeren Mitarbeiterbeteiligung am eigenen Unternehmen mit Skepsis. Sommer betonte in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp: "Hier bleiben viele Fragen offen." Als Beispiele nannte er die Insolvenzsicherung und die Mitnahme der Anteile bei einem Arbeitsplatzwechsel.

Sommer fügte hinzu, hierauf gebe zwar das Konzept der SPD weitgehend zufriedenstellende Antworten. Noch nicht beantwortet sei aber die Frage, "ob Arbeitnehmer über den Deutschlandfonds tatsächlich stärker am Wertzuwachs der Unternehmen beteiligt werden". Deshalb müsse sichergestellt werden, "dass Mitarbeiterbeteiligung immer 'on top' geht - also nicht vom Lohn oder der Lohnerhöhung abgezogen wird". Der DGB-Chef warnte: "Sonst wäre das ein Nullsummenspiel für die Arbeitnehmer."

Sommer betonte ferner, Kapitalbeteiligung sei "sicherlich kein vorrangiges Ziel der Tarifpolitik, wie die aktuelle Tarifrunde gezeigt hat". Wenn es um eine gerechtere Vermögensverteilung in Deutschland gehe, könne Kapitalbeteiligung ein Teil einer Gesamtstrategie sein.

Der DGB-Vorsitzende fügte hinzu: "Tatsache ist, dass die Politik derzeit nichts tut, um den Trend zu stoppen, dass die Reichen immer reicher werden, während der durchschnittliche Arbeitnehmer weder beim Einkommen noch beim Vermögen im letzten Jahrzehnt nennenswerte Realzuwächse hatte." Erfolgversprechende Konzepte, wie mit politischen Maßnahmen neben der Tarifpolitik die notwendige Trendwende erreicht werden könnte, kenne er leider nicht. Sommer unterstrich: "Das wäre eine lohnenswerte Aufgabe für die große Koalition."

manager-magazin.de mit Material von ddp

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