Deutscher Mittelstand Purer Optimismus

So gut war die Stimmung unter den mittelgroßen deutschen Unternehmen lange nicht. Fast zwei Drittel von ihnen rechnen für 2008 mit guten oder sehr guten Geschäften. Zudem wollen deutlich mehr Firmen neue Leute einstellen als andere Mitarbeiter entlassen. Deutschland steht vor dem größten Wirtschaftserfolg seit zwei Jahrzehnten.

Frankfurt am Main - Der Mittelstand profitiert einer Umfrage zufolge kräftig vom aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller kleinen und mittelständischen Unternehmen bezeichnen ihre Lage als gut oder sehr gut, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hervorgeht.

Für das kommende Jahr seien die mehr als 1000 befragten Firmen sogar noch zuversichtlicher: Fast zwei Drittel rechnen mit guten oder sehr guten Geschäften.

Optimistisch sind die Befragten dem BDI zufolge auch in punkto Beschäftigung und Investitionen. Insgesamt rechnen knapp 30 Prozent aller kleinen und mittelständischen Firmen mit steigenden Mitarbeiterzahlen. Nur gut neun Prozent gehen von einem Minus aus. Mit steigenden oder gleich bleibenden Investitionen rechnen fast vier Fünftel der Befragten.

"Die wirtschaftliche Entwicklung ist fantastisch", sagte zuletzt auch Bundesfinanzmiister Peer Steinbrück (SPD), "in Karikaturen bin ich derzeit oft als Sterntaler zu sehen". Wir werden in diesem Jahr nach Lage der Dinge eine Wachstumsentwicklung haben, die günstiger sein könnte als die Jahresschätzung der Bundesregierung". Trotzdem rät Steinbrück, die derzeitige Prognose von 2,3 Prozent beizubehalten.

Das tun unabhängige Experten längst nicht mehr. "Man kann sich an allen Fingern abzählen, dass unser Plus beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr eine 3 vor dem Komma aufweisen wird", sagt beispielsweise Carsten-Patrick Meier, der das Konjunkturprognoseteam des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel leitet. Deutschland steht wahrscheinlich vor dem größten Wirtschaftserfolg seit zwei Jahrzehnten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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