Konjunkturmotor Familie schlägt Dax

Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Eine Studie belegt, dass sie in den vergangenen Jahren mehr Arbeitsplätze geschafft haben als die Dax-Konzerne - bei insgesamt höherem Umsatz. Ein Erfolgsrezept: Keine Quartalsberichte.

Stuttgart - Die Familienunternehmen haben in Deutschland den Dax-Konzernen den Rang als Konjunkturmotor abgelaufen. Nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn waren sie sowohl beim Jobzuwachs als auch beim Umsatzanstieg deutlich erfolgreicher.

"Familienunternehmen schaffen neue Arbeitsplätze und entwickeln sich dynamischer als Dax-Unternehmen", sagte der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes, in Stuttgart bei der Vorstellung der Studie. Die Kanzlei des Anwalts vertritt zahlreiche Mittelständler.

Danach haben die 500 größten Familienunternehmen zwischen 2003 und 2005 ihre Belegschaft im Inland um 10 Prozent auf 2,2 Millionen Mitarbeiter aufgestockt. Die 30 DAX-Konzerne bauten im gleichen Zeitraum ihr Personal dagegen um 3,5 Prozent auf knapp 1,6 Millionen Beschäftigte ab. Die gesamte Wirtschaft verringerte ihre Beschäftigten im Inland um 3 Prozent. Während die Umsätze der DAX- Konzerne um 9 Prozent stiegen, legten die Erlöse der Familienunternehmen der Untersuchung zufolge um rund 16 Prozent zu.

Organisches Wachstum statt Übernahmen

"Familienunternehmen wachsen organisch und nicht primär durch Übernahmen von Mitbewerbern und Fusionen, die in der Regel mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sind", nannte der Geschäftsführer der Stiftung, Stefan Heidbreder, ein Erfolgsrezept dieser Betriebe.

Außerdem setzten viele Firmen erfolgreich auf Nischen und ließen sich nicht von Quartalsberichten das Handeln diktieren.

Nach Berechnung der Stiftung weisen rund 95 Prozent der 3,2 Millionen deutschen Unternehmen die für ein Familienunternehmen charakteristischen Einheiten von Eigentum und Leitung auf. Sie stehen für 41 Prozent der gesamten deutschen Unternehmensumsätze und für 57 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.