Büromieten Tränen in London, Schnäppchen in Frankfurt

Sie meinen, München oder Hamburg seien teuer? Versuchen Sie mal, ihre Geschäfte in London oder Paris aufzuziehen. Im Vergleich zu diesen europäischen Metropolen sind Büroräume etwa in Deutschlands Finanzhauptstadt Frankfurt am Main geradezu günstig.

Hamburg – Seit Jahren klagen Frankfurter Banker über die schwindende Bedeutung des deutschen Finanzplatzes: Nicht nur der Führungswechsel bei der Deutschen Börse  wurde von London aus gesteuert, auch Geldinstitute wie die Deutsche Bank  haben entscheidende Geschäftsbereiche längst vom Frankfurter Stammsitz in die britische Hauptstadt verlagert.

Ein Vergleich der Büropreise spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: Da in Frankfurt am Main rund 18 Prozent der verfügbaren Bürofläche leer stehen, sind Geschäftsräume in "Mainhattan" durchschnittlich für bereits 13 Euro pro Quadratmeter zu haben. Lediglich in Frankfurter Spitzenlagen werden bis zu 33 Euro pro Quadratmeter gezahlt, wie eine Untersuchung der IVG Immobilien AG  ergab.

Preise, von denen Londoner Geschäftsleute nur träumen können. Durchschnittlich 78 Euro pro Quadratmeter muss ein Unternehmer berappen, wenn er die Firmengeschicke von der Themse aus leiten will. In Spitzenlagen sind es sogar bis zu 123 Euro pro Quadratmeter, das ist fast das Zehnfache des Frankfurter Durchschnittspreises.

London ist jedoch eine Preisklasse für sich: Selbst in vergleichbaren "teuren" Standorten wie Paris oder Rom werden durchschnittlich "nur" 33 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das ist immer noch doppelt so teuer wie in der bayerischen Landeshauptstadt München, wo die Durchschnittspreise pro Quadratmeter bei 15 Euro liegen. Frankfurt am Main mit seinen 13 Euro sowie Berlin, Düsseldorf und Hamburg mit je 12 Euro pro Quadratmeter folgen auf den hinteren Plätzen.

Wer auf Grund der günstigen Konjunkturprognosen auf den weiteren Aufschwung in Deutschland setzt, kann jetzt also noch günstige deutsche Dependancen erwerben. Die Büropreise sind zumindest in München laut IVG seit Jahresbeginn 2006 bereits um knapp 4 Prozent angezogen, während sie in Frankfurt um 3,7 Prozent fielen und in Düsseldorf und Hamburg unverändert blieben. Gegenüber London sind das klare Einstiegs- und Einrichtungspreise: Dort sind die bereits als extrem teuer eingeschätzten Büropreise seit Jahresbeginn um nochmals 23 Prozent gestiegen.

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