Dresdner Bank Privat- und Mittelstandsgeschäft gebündelt

Die Dresdner Bank betreut ihre Mittelstandskunden künftig gemeinsam mit den Privatkunden im neuen Unternehmensbereich "Privat- und Firmenkunden". Zudem wird das Investmentbanking in die Dresdner Bank integriert, der Name "Wasserstein" entfällt. 2480 Stellen werden abgebaut, 2008 soll die Nachsteuerrendite 12 Prozent erreichen.

Frankfurt am Main - Die Allianz  hat der Unzufriedenheit mit der Performance ihrer Tochter Dresdner Bank Taten folgen lassen und dem Institut einen weiteren Stellenabbau verordnet. Bis 2008 sollen bei dem Frankfurter Institut 2480 Arbeitsplätze abgebaut werden, teilte der Versicherungskonzern am Donnerstag mit. Auf der anderen Seite sollen 300.000 neue Kunden bis Jahresende gewonnen werden - die Zielziffer für die Kundenzahl liegt damit bei 6,1 Millionen.

Seit dem Erwerb der Bank durch die Allianz im Jahr 2001 waren bereits rund 17.000 Stellen weggefallen. Noch Mitte Mai dieses Jahres hatte Allianz-Controlling-Vorstand Helmut Perlet betont, die Dresdner müsse Produktivität und/oder die Effizienz steigern, um ihre Ziele erreichen zu können. Der Dresdner-Bank-Vorstandsvorsitzende Herbert Walter hatte unlängst betont, sein Haus ähnle einem "mäßig ausgelasteten Hotel".

In einer Telefonkonferenz, an der am Donnerstagmittag mehr als hundert Medienvertreter teilnahmen, erklärte Walter, dass die Stellenstreichungen "nicht die Bereiche Vertrieb und Beratung betreffen, sondern vor allem so genannte Back-Office-Funktionen. Etwa die Hälfte der Streichungen entfällt auf die Geschäftsabwicklung und die Kreditbearbeitung. Der Rest betrifft laut Dresdner Bank die Mitarbeiter in zentralen und regionale Steuerungsfunktionen. Mit dem Stellenabbau wolle die Bank ihre Kostenbasis "per Saldo stabil" halten, so Walter. 300 Stellen sollen im Bereich Investmentbankig wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden, können aber laut Walter "nicht ausgeschlossen werden".

Vorstandsmitglied Stefan Jentzsch bemängelte in der Konferenz: "Wir haben viel zu wenig Kunden, die mehr als ein oder zwei Produkte ordern, anstatt die gesamte Bandbreite zu nutzen." Stark zulegen will die Bank bei der Zahl der Standorte im Private Banking: Von derzeit 120 soll die Zahl der Filialen auf 400 mehr als verdreifacht werden.

Für 2005 hatte die Dresdner einen Aufwand von 5,3 Milliarden Euro und eine Kosten-Ertrags-Quote von 89,4 Prozent ausgewiesen. Im ersten Quartal 2006 hatte sich diese Quote zwar auf 75,1 Prozent verbessert, damit lag die Dresdner aber immer noch deutlich über dem Wettbewerber Deutsche Bank  (67,3 Prozent). Branchenweit gilt hier eine Marke von 65 Prozent als anzustrebende Obergrenze.

Die Schlankheitskur geht einher mit einer Umstrukturierung bei der Dresdner Bank. Die Dresdner folgt dem allgemeinen Branchentrend und wird die Mittelstandskunden getrennt von den kapitalmarktnahen Großkonzernen beraten. Künftig wird der Mittelstand gemeinsam mit den Privatkunden aus dem neuen Unternehmensbereich "Privat- und Firmenkunden" heraus betreut. Auch die Commerzbank  hatte einen Bereich "Mittelstandsbank" geschaffen und dadurch Zugewinne erzielt. Die Dresdner Bank kündigte nun ebenfalls eine Initiative im Mittelstandsgeschäft an, ohne Details zu nennen.

Bei der Dresdner Bank wird zudem das Geschäft mit großen, kapitalmarktaffinen Firmenkunden mit dem Investment Banking zusammengelegt. Damit hofft die Bank, die "nicht zufrieden stellende Ausgangslage" bei ihrer Investment Bank Dresdner Kleinwort Wasserstein zu beenden. Im Zuge der Integration der Investment Bank in den Konzern verliert diese den Namenszusatz Wasserstein. Der künftige Bereich "Dresdner Kleinwort" gliedert sich den Angaben zufolge in die Einheiten "Global Banking" und "Capital Markets".

Aus der Umstrukturierung erwartet die Allianz-Tochter 2008 Synergieeffekte von insgesamt 600 Millionen Euro, davon 350 Millionen Euro aus Erträgen und 250 Millionen Euro aus Kosten. Den zugehörigen Restrukturierungsaufwand bezifferte die Bank auf 400 Millionen Euro. Durch die Veränderungen strebt die Bank einen "nachhaltigen Ergebnisbeitrag" an, mit dem die Zielrendite von 12 Prozent nach Steuern im Jahr 2008 erreicht werden soll. Zudem erklärte Vorstandschef Walter, dass die Cost-Income-Ratio durch die neuen Maßnahmen im Rahmen des Programms "Neue Dresdner Plus" auf 70 Prozent abgesenkt werden solle.

manager-magazin.de mit Material von djn

Mehr lesen über