Investitionen Die neuen Geldquellen

Der Ton zwischen Hausbank und Unternehmen wird rauer. Firmenlenker gehen daher neue Wege, um sich Geld fürs Wachstum und mehr Eigenkapital zu verschaffen. Dabei müssen sie noch nicht einmal Entscheidungsgewalt an Private-Equity-Investoren abgeben: Helfen kann neben dem boomenden Mezzanine-Markt auch ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell.

Checkliste Private Equity

Geeignet
für
Kleine bis große Unternehmen mit einer gewissen Ertragsstärke und Wachstumspotenzial. Das Unternehmen muss Mitsprache der Investoren zulassen
Zweck Wachstumsfinanzierung, Management-Buy-out oder Buy-in, Veränderungen im Gesellschafterkreis, Nachfolgeregelung, IPO-Vorbereitung
Merkmale  Stärkung des Eigenkapitals ab ca 150.000 Euro aufwärts. Investor bringt Know-how und Netzwerk mit. Laufzeit meist
zwei bis sechs Jahre
Vorteile Steigerung EK-Quote, Cashflow wird geschont, hohe Finanzierungssummen möglich
Nachteile Unternehmer verliert seine unabhängige Entscheidungsgewalt
Wer berät Unabhängige PE-Gesellschaften sowie Beteiligungs-
gesellschaften der Banken und Sparkassen, IHK vor Ort, Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK)
Quelle: Fuchs-Report:

Checkliste Venture Capital

Geeignet
für
Existenzgründer sowie junge, innovative Firmen. Das Geschäftsmodell verspricht dynamisches Wachstum, ist aber mit höherem Risiko verbunden
Zweck Startfinanzierung, Vermarktung innovativer Produkte, Umstrukturierung von Unternehmen auf neue Produkte und Märkte, MBO, MBI, Vorbereitung eines Börsengangs
Merkmale  Hohes Risiko bei hohem Ertragspotenzial. Finanzierungs-
volumen ab ca 20.000 Euro, Laufzeit zwei bis sieben Jahre
Vorteile Echtes Eigenkapital, Hilfe beim Markteintritt, Überbrückung einer anfänglichen Verlustphase
Nachteile VC-Investoren bestimmen mit, hohe Renditeerwartung der Investoren
Wer berät VC-Gesellschaften, KfW, Business Angels
Quelle: Fuchs-Report:

Checkliste Mezzanine-Finanzierung

Geeignet
für
Kleine bis mittlere Unternehmen mit gutem Wachstumspotenzial. Die Gesellschafterstruktur soll unverändert bleiben, der Unternehmer will Eigenkapitalbasis stärken, aber selbst Herr im Haus bleiben. Der Verschuldungsgrad kann relativ hoch sein, die Ertragsentwicklung muss aber stabil sein
Zweck Wachstumsfinanzierung, Investitionen in neue Anlagen, Maschinen oder Werke. Investition, um Wettbewerber oder andere Unternehmensteile zu kaufen, MBO, MBI, Abspaltung von Konzernteilen, Umfinanzierung
Merkmale  Wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital, ohne Mitspracherechte von außen zulassen zu müssen. Volumen meist etwa ein bis 30 Millionen Euro. Laufzeit fünf bis zehn Jahre
Vorteile EK-Quote wird verbessert, individuell gestaltbar, keine Entscheidungsrechte der Kapitalgeber, Sicherheiten werden nicht verlangt
Nachteile Mezzanine-Finanzierung kann je nach Bonität des Unternehmens und Risiko der Kapitalgeber (Nachrangigkeit, Verlustbeteiligung) auch deutlich mehr als 10 Prozent pro Jahr kosten
Wer berät Banken, Sparkassen, Unternehmensberater, unabhängige Finanzdienstleister
Quelle: Fuchs-Report:

Checkliste Mitarbeiterbeteiligung

Geeignet
für
Alle Unternehmen, die auf eine starke Bindung ihrer Mitarbeiter zum Betrieb Wert legen sowie Unternehmen, die neben der Motivation der Mitarbeiter auch die EK-Basis stärken wollen
Zweck Wachstumsfinanzierung/Finanzhilfe in Krisensituationen, Stärkung der EK-Basis, MBO in Fällen der Nachfolgeregelung
Merkmale  Langfristiger Aufbau von Eigenkapital, stärkere Bindung der MA, Laufzeit meist zehn Jahre und länger, Volumen ab 100.000 Euro aufwärts
Vorteile Als Eigenkapital gestaltbar, meist ohne (oder nur stark eingeschränkte) Mitspracherechte, keine Sicherheiten nötig, stärkere Identifikation erhöhte Wirtschaftlichkeit im Betrieb
Nachteile durch langsamen Kapitalaufbau kurzfristig nur geringe Finanzierungssumme, langfristig ist das Kapitalvolumen durch die Zahl der Mitarbeiter begrenzt
Wer berät Unternehmensberater, Gesellschaft für innerbetriebliche Zusammenarbeit (GIZ)
Quelle: Fuchs-Report:
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