Standort D Zaghafte Innovationen

"Deutschland - Land der Ideen", vor acht Monaten kreierte die Bundesregierung den Standortslogan. Doch in der Praxis zeigt sich, dass im Bereich Dienstleistungen Ideenflaute herrscht. Besser, wenngleich nicht fulminant, sieht die Innovationsentwicklung laut der jüngsten ZEW-Studie in der Industrie aus.

Berlin - Die Dienstleister in einigen wichtigen Zukunftsbranchen wollen einer Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge in diesem Jahr weniger in neue Produkte und Prozesse investieren.

"Während die Industrieunternehmen deutlich zugelegt haben, sind die Innovationsaufwendungen in den Dienstleistungsbranchen im Jahr 2004 um 3 Prozent auf weniger als 24,7 Milliarden Euro zurückgegangen", erklärte das ZEW zu seiner Innovationserhebung 2005. "Auch in den Jahren 2005 und 2006 ist in den Dienstleistungsbranchen mit leicht fallenden Innovationsaufwendungen zu rechnen." Für 2005 und 2006 planen die Unternehmen insgesamt aber weitere Erhöhungen ihrer Innovationsbudgets mit Jahresraten von einem (2005) beziehungsweise zwei Prozent (2006). Im Jahr 2006 rechnet das ZEW demnach mit Innovationsaufwendungen von 103 Millionen Euro.

Banken vorn, Unternehmensberater hinten

Im Jahr 2004 standen dem ZEW zufolge höheren Ausgaben bei Banken und Versicherungen sowie bei EDV und Telekommunikation sinkende Innovationsbudgets bei technischen Dienstleistungen, Unternehmensberatern, im Großhandel und im Transportgewerbe gegenüber.

Dank der Innovationsfreude der Industrie rechnet das ZEW aber für die deutsche Wirtschaft insgesamt mit steigenden Ausgaben für neue Produkte und Prozesse. So dürften die Aufwendungen der Industrie insgesamt 2006 um 3 Prozent auf dann knapp 79 Milliarden Euro zulegen.

Hauptverantwortlich für den Anstieg seien die Großunternehmen gewesen, aber auch kleine und mittlere Industrieunternehmen hätten im Jahr 2004 mit einer Erhöhung ihrer Innovationsaufwendungen um sieben Prozent auf rund 17,2 Milliarden Euro nach einer langen Durststrecke erstmals wieder mehr Mittel für Innovationsprojekte bereit gestellt.

Die Wirkung von Prozessinnovationen untersuchte das ZEW anhand der Höhe der erzielten Stückkostensenkungen. 2004 haben die Industrieunternehmen demnach ihre Rationalisierungserfolge gesteigert. Die Kosten sanken um durchschnittlich 5,6 Prozent, nach 4,5 Prozent im Jahr 2003. Bei den sonstigen Dienstleistungen erhöhte sich der Einsparungseffekt von 2,7 auf 3,2 Prozent, bei den wissensintensiven Dienstleistungen sei dagegen ein Rückgang von 4,3 auf 3,3 Prozent zu beobachten.

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