Patente Deutschland an der Spitze

Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen führt Deutschland in Europa. Dazu tragen zunehmend auch mittelständische Unternehmen bei. Doch schon bald werden Firmen und Erfinder aus Asien mehr Patente anmelden als der Rest der Welt, erwartet Alain Pompidou, Chef des Europäischen Patentamts.
Von Lothar Kuhn und Michael Leitl

Hamburg - "In fünf bis acht Jahren werden Firmen und Erfinder aus Asien mehr Patente anmelden als der Rest der Welt", schätzt der Präsident des Europäischen Patentamts, Alain Pompidou, in einem Interview in der aktuellen Ausgabe 03/2006 des Harvard Businessmanager .

Generell steigt die Bedeutung von Patenten in Europa, wie die aktuellen Zahlen zeigen: Im Jahr 2005 wurden rund 193.000 Patente angemeldet, 2004 waren es 178.579. Das ist eine Steigerung von 8 Prozent.

Während das Gros der Patente in Europa vor allem in den Bereichen Medizin sowie Kommunikations- und Informationstechnik angemeldet wurde, zeichnet Pompidou für Deutschland ein anderes Bild: "Hier ist vor allem die Fahrzeugtechnik ausgeprägt. Schwach ist dagegen die Informations- und Kommunikationstechnik."

Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen liegt Deutschland jedoch vor allen anderen europäischen Nachbarn. Und erfreulich sei, dass vor allem auch mittelständische Unternehmen zunehmend Patente anmelden.

Außerdem sieht Pompidou Fortschritte im Bereich der Nanotechnologie. "Hier haben wir aktuell den Wendepunkt erreicht. Sie können davon ausgehen, dass es in drei bis fünf Jahren viele neue Produkte mit Nanotechnik geben wird."

Das Interview ist Teil des Themenschwerpunkts "Geistiges Eigentum" im aktuellen Harvard Businessmanager . Die Autoren der Beiträge beschreiben Strategien, um Patente profitabel zu nutzen und neue Wege, um beim Entwickeln von Produkten zu kooperieren.

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