Mittwoch, 1. April 2020

Steuerpläne der Linkspartei Bier wird billiger mit der PDS

4. Teil: Das Steuermärchen der Astrid Lindgren

Das Steuermärchen der Astrid Lindgren

Astrid Lindgren veröffentlichte daher ein "Steuermärchen" mit dem schönen Titel "Pomperipossa in Monismanien" in einer schwedischen Tageszeitung.


Justus Fischer-Zernin: "Und wer zahlt? Eine Kreuzfahrt durch unser Steuersystem und die aktuelle Reformdebatte";
Murmann Verlag, 2004, 22,00 Euro, 220 Seiten.

Im Buch geht es um die politische Steuerdebatte, die seit 2004 mit Reformvorschlägen ihrer diversen Protagonisten (Merz, Kirchhof, Sachverständigenrat et cetera) die deutsche Politik beschäftigt.

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Unvergessen die Sätze der geplagten Schriftstellerin: "Diese schrecklichen Kinderchen, die in allen Ecken und Winkeln der Welt sitzen und für mich Geld zusammenlesen, wie viel mag ihre unselige Lesegier mir dieses Jahr einbringen? Im günstigsten Fall vielleicht nur eine Million. Schlimmstenfalls zwei Millionen (da nämlich das Geld von überall her angerollt kam, wusste sie nie im Voraus, wie viel es sein würde. Dicke Schecks konnten schonungslos auf sie herunterhageln, wenn sie es am wenigsten ahnte)".

Das gab natürlich ein schönes politisches Tamtam. Der schwedische Finanzminister beschwerte sich öffentlich und meinte, Frau Lindgren hätte ihre Steuer falsch berechnet. Er musste allerdings kurz darauf feststellen, dass er es war, der den Überblick verloren hatte, da die Steuer im Ergebnis noch höher als die 102 Prozent war, die Frau Lindgren beklagte. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr ging dann die Ära der 40 Jahre sozialdemokratischer Regierung in Schweden zu Ende.

Schweden: Sozialleistungen stark über Steuern finanziert

Die Feststellung, dass unternehmerische Investitionen in Deutschland bei einer Verwirklichung der steuerpolitischen Ideen der Linkspartei schlagartig zurückgehen würden, bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten. Viele Unternehmen würden auch abwandern. Die von der Linkspartei propagierte "Umverteilung von oben nach unten" schaut man sich lieber aus sicherer Distanz an.

Wer einen gut funktionierenden Sozialstaat schätzt, sollte sich für eine Unternehmensinvestition besser einmal mit Schweden befassen. Natürlich wurden auch dort nach erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Anfang der 90-iger Jahre Sozialleistungen zurückgeschraubt, aber insgesamt hat Schweden in dieser Hinsicht noch einen beachtlich hohen Standard und die Sozialleistungen werden in viel stärkerem Maße über Steuern finanziert als in Deutschland.

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