Dienstag, 26. Mai 2020

Steuerpläne der Linkspartei Bier wird billiger mit der PDS

3. Teil: Einkommenssteuer 100 Prozent - und mehr

Steuerpläne klar verfassungswidrig

Aber selbst wenn die neue Linkspartei irgendwie ans Ruder kommen sollte, besteht noch kein Grund zur Panik. Die Pläne zur Vermögensteuer nebst erhöhter Einkommensteuer sind klar verfassungswidrig, die geplante Änderung der Dividendenbesteuerung ist EU-widrig; und damit sind schon mal zwei Säulen dieser abenteuerlichen Steuersysteme weg.

Geht man die Sache Punkt für Punkt durch, zeigt sich schnell, dass das Ganze nicht funktioniert. Die Tendenz ist allerdings deutlich und könnte auch über besser durchdachte steuerpolitische Maßnahmen verfolgt werden: Gut verdienende Mitbürger und Unternehmen sollen weitaus deftiger als bisher zur Kasse gebeten werden.

Klare Worte von Herrn Lafontaine: Hohe Managergehälter sollen mit bis zu 100 Prozent besteuert werden. Wenn er allerdings meint, dass er damit die Obergrenze erreicht hätte, hat er sich geirrt.

Einkommenssteuer 100 Prozent? Da kann noch was drauf

Für gewiefte Steuerpolitiker mit ausgeprägten Sozialstaatsambitionen ist ein Einkommensteuersatz von 100 Prozent, und das nur auf Einkünfte jenseits ein paar hunderttausend Euro, eher eine Lachnummer.

Der schwedischen Regierung gelang es 1976 durch verschiedene schwer durchschaubare Maßnahmen, für gut verdienende Mitbürger eine Steuerlast von mehr als 102 Prozent auf das gesamte Einkommen zu zaubern.

Selbst aufrechte Anhänger des Sozialstaats, die bis dahin ohne Murren Steuern von mehr als 80 Prozent gezahlt hatten, fingen an, sich zu wundern. Zu den Betroffenen gehörte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren und sie meinte, das sei vielleicht ein bisschen zuviel.

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