Haushaltswaren Hersteller streichen Stellen

Der Haushaltsgerätehersteller Miele baut in Deutschland fast jede zehnte Stelle ab. Damit reagiert das Unternehmen auf die Kaufzurückhaltung hier zu Lande. Gleichzeitig verschickt Rowenta Kündigungen.

Gütersloh - Bei einem "Restrukturierungs-Programm" sollten innerhalb von zwei Jahren knapp 1100 Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen, teilte die Firma am Freitag in Gütersloh mit. Dabei sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Bei der Gruppe waren Ende 2004 insgesamt gut 15.000 Menschen beschäftigt, davon mehr als 11.000 in der Bundesrepublik. Betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden, sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir bemühen uns außerdem sehr, dass dieser Abbau nur rechnerisch vollzogen wird und tatsächlich viel mehr Stellen erhalten bleiben". In konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei in fünf Monaten ein Konzept entstanden, das Elemente wie etwa verstärkte Altersteilzeit oder Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs vorsehe. Freiwillige Leistungen wie das Weihnachtsgeld blieben bestehen.

Mit den eingeleiteten Maßnahmen will Miele nach eigenen Angaben "eine Wachstumsphase für die Firma einleiten". Das Unternehmen investiere deshalb zugleich 135 Millionen Euro in seine Wettbewerbsfähigkeit.

Überraschendes Erlöswachstum

Miele ist einer der führenden europäischen Hersteller von Haushaltsgeräten, Waschmaschinen, Spülautomaten und Staubsaugern. Das Unternehmen ist im Besitz der Familien Miele und Zinkann.

Die Trendwende beim Umsatz hat Miele nach eigenen Angaben geschafft. Trotz eines guten Auslandsgeschäfts hatten die Gütersloher in den vergangenen Jahren in Deutschland lange mit der Konsumflaute zu kämpfen. In der zweiten Jahreshälfte 2004 wuchsen auch im Inland die Erlöse wieder um zwei Prozent. Insgesamt kletterte der Umsatz weltweit im Kalenderjahr 2004 (das Geschäftsjahr endet am 30. Juni) um 2,5 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Rowenta verschickt Kündigungen

Rowenta verschickt Kündigungen

Miele unterhält ein weltweites Vertriebsnetz mit eigenen Gesellschaften in 34 Ländern. Der Jahresumsatz der Miele-Gruppe im Geschäftsjahr 2003/2004 (30.06.) belief sich auf 2,15 Milliarden Euro mit einem Auslandsanteil von fast 70 Prozent. Während das Unternehmen im Ausland Umsatzzuwächse verbucht, macht die Kaufzurückhaltung in Deutschland den Güterslohern zu schaffen. Vor allem Billigangebote vermiesen dem Traditionsunternehmen im Inland das Geschäft.

Rowenta bestätigte am Freitag 215 Kündigungen für das Werk in Erbach im Odenwald. "Wir hatten ursprünglich die Entlassung von 273 Mitarbeitern geplant, uns aber mit dem Betriebsrat auf die kleinere Zahl verständigt", sagte Reiner Kreisel, Sprecher der Geschäftsführung, in Offenbach. Das Werk in Erbach, das bislang 575 Beschäftigte zählt, bleibe in jedem Falle bestehen.

Rowenta gehört seit 1988 zu französischen SEB-Group, die auch die Marken Moulinex, Krups und Tefal vertritt. Die Entscheidung, so genannte Billigbügeleisen künftig in China produzieren zu lassen, sei bereits vor mehreren Wochen gefallen. "Wir werden die entsprechenden Teile auf dem dortigen Markt zukaufen", erläuterte Kreisel. Die Qualitätskontrolle und die Entwicklungsabteilung blieben in Erbach.

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