Sonntag, 17. November 2019

D&O-Versicherung Schutzweste für Manager

3. Teil: Was kostet die Managerversicherung?

Was kostet die Managerversicherung?

Unternehmensgröße, die Höhe der Versicherungssumme und die wirtschaftliche Situation sind die entscheidenden Parameter zur Berechnung. Für ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 25 Millionen Euro und einem Versicherungsschutz, der bis zu 2,5 Millionen Euro geht, beträgt die Nettoprämie etwa 7000 Euro jährlich.

"Herr Meyer, den Kaufvertrag hatten Sie doch in den Tresor gelegt, nicht wahr?": D&O-Versicherungen können einem das Leben in bestimmten Situationen erleichtern
Sollen im Schadensfall fünf Millionen Euro abgedeckt sein, erhöht sich der Jahresbeitrag auf etwa 11.000 Euro. Rund 1000 Euro teurer wird derselbe Versicherungsschutz für ein Unternehmen mit 50 Millionen Euro Bilanzsumme, so Musterrechnungen von Hiscox.

Neben der Versicherungssumme prüfen die Versicherer vor Vertragsabschluss die Geschäftsberichte des Unternehmens, kalkulieren Branchenrisiken ein, verteilen Zu- oder Abschläge für die Eigentümerstruktur und die Dauer der Existenz des Unternehmens, schließlich wird die Qualifikation der Führungskräfte ("Organmitglieder") gecheckt.

Der Mantel des Schweigens bekommt Löcher

"Start-up-Unternehmen zahlen allerdings grundsätzlich 20 Prozent mehr", ergänzt Joachim Leuther, Vorstand der Hiscox AG in München. Der 36-Jährige will das D&O-Geschäft weiter ausbauen, und die rauen Bedingungen am Markt spielen ihm die Klientel zu: Nach dem Aktien- und GmbH-Gesetz in Verbindung mit dem BGB sind Organmitglieder zu Schadenersatzzahlungen für Vermögensschäden verpflichtet, die durch Missachtung ihrer Sorgfaltspflicht entstanden sind - so die Grundlage des Geschäfts.

In der Praxis fand diese Regelung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts jedoch keine nennenswerte Anwendung. "Im Falle von Missmanagement erfolgte häufig eine Trennung vom verursachenden Management, man versuchte jedoch ansonsten den möglichen Imageschaden durch den Mantel des Schweigens zu begrenzen", berichtet Leuther. Doch das sei mittlerweile Geschichte.

Im Laufe der 90er Jahre gewann der Shareholder-Value-Ansatz für die Unternehmensbewertung immens an Bedeutung, der Einfluss des Kapitalmarkts auf das Unternehmensschicksal verstärkte sich. Nennenswert ist hier der Börsengang der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen, die gezielt Kleinanleger mit ihrer "Volksaktie" erreichen wollte. In Zeiten einer Börsen-Hausse ist es ein Leichtes, Anleger zu gewinnen. Das Risiko verliert in dieser Zeit an Relevanz.

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