Marge steigt Commerzbank will mehr Geschäft in Osteuropa

Binnen zwei Jahren will die Commerzbank erreichen, dass mehr als ein Viertel ihres Ergebnisses in der Firmenkundensparte in Osteuropa erwirtschaftet werden. Dabei sind die Kreditvergaberichtlinien nach "Basel II" manchmal hilfreich, manchmal schädlich, sagt Firmenkundenchef Ulrich Leistner.

Frankfurt - Die Commerzbank  will das Geschäft mit dem Mittelstand in Osteuropa ausbauen. Das sagte Ulrich Leistner, Firmenkundenchef der Bank, dem "Handelsblatt". Zum einen sollen deutsche Mittelständler, die in der Region tätig sind, vor Ort verstärkt Kredite erhalten. Darüber hinaus will die Bank mit lokalen Firmen ins Geschäft kommen. Sollte ein Pilotprojekt in Ungarn erfolgreich sein, werde es auf andere Länder ausgeweitet, sagte Leistner.

Ein Grund für das gesteigerte Interesse an Krediten für Mittelständler ist monetär: "Im Geschäft mit dem breiten Mittelstand ziehen die Margen an", sagte Leistner. Vom zweiten zum dritten Quartal hätten die Margen um sechs Basispunkte zugelegt; ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten.

Osteuropa gilt in der Bank als attraktive Wachstumsregion. 2006 soll die Region früheren Angaben zufolge 25 bis 30 Prozent zum Ergebnis der Firmenkundensparte beitragen. Leister beklagte, dass die Margen im deutschen Kreditgeschäft mit Firmen schlechter Bonität viel zu gering seien. Er geht davon aus, das künftig alternative Finanzierungungsformen wie Leasing und Factoring im Mittelstandsgeschäft an Bedeutung gewinnen werden.

Die Commerzbank zeigt sich mit dem bisher durch ihre Mittelstandsinitiative Erreichten zufrieden. Bis Ende September konnte die Bank 3300 neue Kunden gewinnen. Damit hat sie ihr Ziel für das Gesamtjahr bereits um zehn Prozent übertroffen. Zugleich steige auch der Ertrag je Kunde, sagte Leistner. Binnen Jahresfrist habe er sich auf 6000 Euro mehr als verzehnfacht. Dabei spiele das Kreditgeschäft nach wie vor eine wichtige Rolle. Hinzu kämen Zahlungsverkehr, Devisenhandel und Zinsderivate.

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