Private Equity Das Who is Who der Firmenjäger

KKR, Permira, Blackstone, Cerberus – die Branche der Firmenjäger ist reich an schillernden Namen. Genug Geld haben sie alle, doch ihre Strategien unterscheiden sich deutlich. manager-magazin.de stellt die in Deutschland aktiven Spieler vor.

Mit der Attacke auf den Nahrungsmittelriesen Nabisco machte der US-Investor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) 1988 Schlagzeilen und brachte seine Branche gründlich in Verruf. Die Unternehmensgründer Henry Kravis, Jerry Kohlberg und George Roberts wollten bei der Übernahmeschlacht um Nabisco eigentlich im Hintergrund bleiben. Der Deal kostete sie aber nicht nur ihre Anonymität, sondern am Ende auch mehr als 25 Milliarden Dollar.

Ein Profit ließ sich nur noch erzielen, indem Nabisco zerhackt und mehrere tausend Mitarbeiter auf die Straße gesetzt wurden: Das von KKR praktizierte "Bootstrapping" wurde in dem Buch "Barbarians at the Gate" von zwei Reportern des "Wall Street Journal" detailliert beschrieben.

Auf Kohlberg, Kravis und Roberts geht auch die Methode des "Leveraged Buy-out" zurück. Sie kauften Unternehmen größtenteils mit Fremdkapital. Ihre Verbindlichkeiten bei den Gläubigerbanken zahlte KKR anschließend aus den Barmitteln des übernommenen Unternehmens - die Betroffenen fühlten sich nicht ganz zu Unrecht "ausgesaugt". Für die Käufer hingegen war es meist ein glänzendes Geschäft: Fährt das übernommene Unternehmen höhere Gewinne ein, als der Investor jährlich an Zins- und Tilgungslasten zahlen muss, finanziert sich die Übernahme praktisch von selbst.

Auch beim Turbinenhersteller MTU, den KKR von DaimlerChrysler  zum Preis von 1,5 Milliarden Euro kaufte, setzte das Unternehmen auf den Leveraged Buy-out. Die Zahl der Mitarbeiter, bereits auf 8000 gesunken, soll noch einmal deutlich reduziert werden. Mit dem Geld, das KKR auf diese Weise einspart, kann der Investor seine Schulden bei den Gläubigerbanken rasch bedienen. Gelingt in zwei bis drei Jahren der Börsengang des Turbinenherstellers, dürfte zusätzlich eine hübsche Summe für den Investor übrig bleiben.

Doch selbst die als "Raider" titulierten Firmenjäger aus den USA haben in Deutschland sanfte Erfolgsgeschichten vorzuweisen. Vor fünf Jahren hatte KKR das Geldautomatengeschäft von Siemens  übernommen. Inzwischen hat die Wincor Nixdorf genannte Firma ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt und beschäftigt sogar mehr Mitarbeiter als vor fünf Jahren. KKR zeigt sich zudem geduldiger als in den wilden 80er Jahren: Im Schnitt wird eine Beteiligung jetzt sieben Jahre lang gehalten. Mit dem Börsengang von Auto-Teile-Unger, die man kürzlich von der britischen Doughty Hanson übernommen hat, will sich KKR denn auch gebührend Zeit lassen.

Permira - Premiere-IPO brachte viel Geld

Permira - Beteiligungen sind vielfältig

Wenn jemand bekleidet mit einem T-Shirt vom Textildiscounter Takko durch eine Brille von Rodenstock einen Film beim Pay-TV-Kanal Premiere anschaut und dabei noch mit seinem Handy bei Debitel telefoniert, jubeln die Firmenaufkäufer von Permira. Sind sie doch an all diesen Unternehmen beteiligt.

Auch der Börsengang des Bezahlsenders dürfte viel Geld in die Kasse von Permira spülen: Der Investor gab bekannt, zum Börsengang von Premiere die Hälfte seiner Anteile auf den Markt zu werfen und nach dem IPO noch 23,7 Prozent der Aktien zu halten.

Die genannten Namen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Permira-Portfolio. Die Private-Equity-Gesellschaft zählt sich selbst zu den führenden europäischen Anbietern der Branche und gibt sich freundlich-entspannt. Mitarbeiter werden auf der Internetseite mit dem Vornamen vorgestellt.

Seit sich Permira 1985 von der britischen Investmentgesellschaft Schroders lossagte, hat das Unternehmen 18 Fonds mit einem Gesamtvolumen von fast elf Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Permira hält sich dabei an die lateinische Bedeutung des Firmennamens, der übersetzt soviel wie "sehr überraschend" bedeutet. Entsprechend grasen die Anlagespezialisten viele Branchen ab. Die Beteiligungen reichen von Personaldienstleistungen (Hogg Robinson, Großbritannien) über naturnahe Chemieprodukte (Cognis, Deutschland) bis zu Luxus-Motoryachten (Ferretti, Italien).

In Deutschland machte Permira durch den Einstieg beim Pay-TV-Kanal Premiere Furore. Der Börsengang des Senders soll im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Für Aufsehen sorgte auch die Übernahme von 93 Prozent der Anteile am Mobilfunkdienstleister Debitel. Die 640 Millionen Euro, die Permira dafür an die Swiss Telecom zahlte, bezeichneten Beobachter als "Schnäppchen".

Doch die Zeiten der breiten Streuung scheinen vorbei. "Permira wird sich wie viele andere Anbieter der Branche in Zukunft vermehrt auf bestimmte Sektoren fokussieren, um im operativen Bereich einen Kompetenzvorsprung aufzubauen. Das heißt in Deutschland vor allem Chemie, Technologie/Engineering, Konsumgüter, Medien und Gesundheit", sagt der Permira-Partner Götz Mäuser.

Auch im Zusammenhang mit dem möglichen Verkauf der Rüstungsschmiede Rheinmetall fällt der Name Permira. Mäuser gibt sich zurückhaltend: "Kein Kommentar."

Dennoch: Ein Deal dieser Größe werden sich die Partner kaum entgehen lassen. Dass Permira Rheinmetall genauer anschaut, gilt in der Branche als sicher.

Apax - Akzent auf Partnerschaft

Apax - Akzent auf Partnerschaft

Auf den Zusatz "Partners" legen sie Wert. Die Beteiligungsgesellschaft, die weltweit ein Vermögen von mehr als zwölf Milliarden Dollar betreut, will durch den Einsatz von Geld und Know-how Unternehmen neue Perspektiven erschließen und auf diese Weise den Unternehmenswert steigern.

Die Beteiligungen von Apax Partners an der Restaurantkette Nordsee oder an den Raststätten Tank & Rast können dafür als Beispiel gelten. Die Übernahme der Bundesdruckerei geriet dagegen zum Desaster. Für eine Milliarde Euro gekauft, für einen Euro verkauft: Wagnis-Investments gehen auch mal nach hinten los. Doch das bringt die Gesellschaft mit Niederlassungen in München, New York, London und Zürich nicht aus der Ruhe.

"Deutschland ist in einem schwierigen Veränderungsprozess, und Veränderungen sind unser Geschäft", sagt Apax-Partner Max Burger-Calderon. Die Osterweiterung der EU sowie der globale Wettbewerb zwingen deutsche Unternehmen zum Umsteuern. Dabei könne Apax als Finanzpartner helfen: Auch bei mittelständischen Unternehmen habe der Begriff Buy-out inzwischen seinen Schrecken verloren.

"Wir sind in allen Schritten professioneller geworden. Die Nachfrage wächst, und starke Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Burger-Calderon. Die Firmenkäufer müssten ihr Profil schärfen und sich differenzieren: "Das ist gut für den Markt."

Das Private-Equity-Geschäft in Deutschland sei stabiler geworden. Die wilden, von Risikokapital bestimmten Zeiten seien vorbei. Auch die Rendite-Erwartungen seien zurückgekommen: Waren früher Renditen von bis zu 20 Prozent pro Jahr die Richtschnur, sei heute das Ziel, sich mindestens 5 Prozent besser zu entwickeln als der Aktienmarkt.

Wertsteigerung will Apax mit eigenem Input erzielen, der über den Kapitaleinsatz hinausgeht. "Wenn ein Unternehmen X seine Abteilung Y ausgliedern will, ist das eine hochkomplexe Aufgabe", betont Burger-Calderon. Mitarbeiter und Maschinen müssen in eine neue Struktur eingegliedert, neue Businesspläne mit Banken und Leasing-Gesellschaften abgeklärt werden. Möglicherweise sei eine neue Vertriebsorganisation oder eine eigene Pensionskasse sinnvoll. Apax habe das Wissen und Personal, um solch einen komplexen Prozess voranzubringen.

Das leisten auch Beratungsunternehmen. Doch im Unterschied zum klassischen Berater sitze mit einem Private-Equity-Unternehmen jemand am Tisch, "der nicht gegen Gebühr berät, sondern für das Recht, investieren zu dürfen", sagt Burger-Calderon. Während ein Berater bei Abschluss der Transaktion seinen Job erledigt habe, wisse die Beteiligungsgesellschaft erst nach zwei bis vier Jahren, ob das Geschäft funktioniert. "Wir haben ein langfristiges Commitment und setzen auf erfolgreiche Entwicklung - schließlich wollen wir nach einigen Jahren wieder zu einem guten Preis verkaufen".

Wer sich einen Investor ins Boot hole, könne vielfach sein Risiko begrenzen. "Die Gefahr eines Know-how-Transfers tendiert bei Beteiligung von Private Equity gegen Null", so Burger-Calderon. Konzerne hätten mittlerweile keine Probleme mehr damit, im Zuge eines Due-Diligence-Verfahrens ihre Türen für die einst gefürchteten Finanzinvestoren zu öffnen.

Fortress - Immobilien bevorzugt

Fortress - Immobilien bevorzugt

In der militärischen Logik steht die Festung für bedingungslose Defensive. In diesem Sinne defensiv verhält sich der gleichnamige US-Beteiligungsfonds Fortress in Deutschland allerdings nicht. Im Gegenteil, die Amerikaner drehen hier zu Lande derzeit große Räder.

Mitte Juni übernahm Fortress die Wohnungsbaugesellschaft Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Mit dem Erlös von 2,1 Milliarden Euro will die BfA Löcher in der Rentenkasse stopfen.

Fortress frohlockte. Auf einen Schlag übernahm die Gesellschaft die Kontrolle über rund 82.000 Wohnungen. In drei bis vier Jahren sollen Teile an die Börse gebracht werden und die komplette Kaufsumme wieder einspielen.

Ein umstrittener Deal. Trotz umfangreicher Bestandsgarantien fürchten Mieter um ihr Obdach. Auch der Bundesrechnungshof schaltete sich ein, weil ein Mitbieter sich benachteiligt fühlte. Und Fortress stand im Fokus der Debatte um die harschen Folgen von Privatisierung.

Dabei ist Deutschland nur ein Betätigungsfeld von vielen für die Amerikaner. Die 1998 gegründete Gesellschaft hat weltweit 7,5 Milliarden Dollar investiert, eingesammelt hauptsächlich bei institutionellen Investoren. 200 Mitarbeiter in der New Yorker Unternehmenszentrale sowie in Büros in London, Rom, Genf und Frankfurt suchen global nach lukrativen Anlagemöglichkeiten.

Hier zu Lande hat Fortress den Immobilienmarkt zum bevorzugten Jagdrevier erklärt. "Im Bereich Wohn- und Gewerbeimmobilien sind die Möglichkeiten gigantisch", sagt Deutschland-Chef Matthias Moser.

Mit der Verpflichtung von Florian Gerster, vormals Sozialminister in Rheinland-Pfalz und Chef der Bundesagentur für Arbeit, hat Fortress deswegen jüngst einen prominenten Berater angeworben. Gerster soll vor allem bei Investitionen in den Bereichen Wohnungsbau und Privatisierung helfen.

Neben Immobilien stehen auch Stadtwerke und Transportunternehmen auf der Einkaufsliste von Fortress. "Wenn die Deutsche Bahn Sparten abgeben würde, wäre das für uns interessant", erklärt Moser. Möglich wäre etwa ein Engagement im Bereich Zug- oder Lokleasing.

Zum Dritten haben die Amerikaner auch Ambitionen in der hiesigen Bankenbranche. So war Fortress etwa an einem Bieterkonsortium beteiligt, das - erfolglos - um die Bankgesellschaft Berlin buhlte. Auch Interesse an der zum Verkauf stehenden ING-BHF-Bank wird den Firmenaufkäufern nachgesagt.

"Wir gucken uns das an", sagt Moser dazu. Angesichts der Gagfah-Übernahme sind die Kapazitäten jedoch vorerst begrenzt: "Wir haben momentan wenig Zeit für andere Sachen."

Cerberus - der Höllenhund sucht Beute

Cerberus - der Höllenhund sucht Beute

Der Cerberus ist ein wahres Monster: Ein dreiköpfiger Hund, der nach der griechischen Sage den Eingang zum Hades bewacht, wo die Toten wohnen. Dass sich eine Private-Equity-Gesellschaft dieses Höllentier als Namenspatron aussucht, spricht für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Eben jene Investmentgruppe zählt mit einem verwalteten Fondsvermögen von 13 Milliarden Dollar zu den großen Spielern am Markt. Das Geld stammt vorwiegend von US-Pensionsfonds und wohlhabenden Einzelpersonen. Cerberus legt die Summen in Immobilien und bei der Finanzierung von Unternehmensübernahmen an. In der Regel geht es um langfristige Engagements. Zudem hat sich der US-Investor auf Kauf und Verwertung von faulen Krediten spezialisiert.

Seit 2003 ist die Gesellschaft mit einem eigenen Büro in Frankfurt vertreten. Deutschland soll nach den USA und Japan dritter zentraler Markt werden. Insgesamt vier Milliarden Dollar wollen die Amerikaner hier zu Lande investieren.

Als ob der Name Programm wäre, ist Cerberus stets bereit für eine Übernahmeschlacht. So bot der Fonds mit um die britische Werbe- und PR-Gruppe Cordiant. Allerdings ohne Erfolg. Am Ende machte Reklamegigant WPP das Rennen. Besser lief es bei der insolventen Air Canada. Hier obsiegte Cerberus nach langem Kampf jüngst gegen den Hongkong-Chinesen Victor Li. Auch der italienische Sportartikelhersteller Fila gehört zum Portfolio.

In Deutschland entfaltet Cerberus seit Etablierung der Frankfurter Dependance bemerkenswerte Aktivitäten. Der erste große Deal war die Übernahme der Deutsche Städte Marketing als Finanzpartner der Ströer AG.

Derzeit liegt der Schwerpunkt wie beim Konkurrenten Fortress im Immobilienbereich. So bot auch Cerberus für die WCM-Tochter IVG. Der chronisch knappen Stadt Berlin kaufte Cerberus für zwei Milliarden Euro die Baugesellschaft GSW mit 66.000 Wohnungen ab. Erfolglos verlief hingegen das Wettbieten um die zur BfA gehörende Gagfah. Dort hatte Konkurrent Fortress den längeren Atem.

Die Bundeshauptstadt hat es dem Fonds offenbar angetan. "Die Amerikaner glauben an das Potenzial Berlins", sagt ein Sprecher. Daher sind weitere Zukäufe in der dortigen Immobilienbranche wahrscheinlich.

Interesse an einem deutschen Finanzinstitut wird Cerberus ebenfalls nachgesagt, laut Presseberichten war die ING-BHF-Bank ein möglicher Kandidat. "Eine eigene Bank ist für einen Private-Equity-Fonds immer spannend", heißt es in Branchenkreisen. In Japan kontrollieren die Amerikaner bereits die Aozora-Bank.

Zuletzt war zu lesen, Cerberus verhandele mit Bayer  über den Kauf des Blutplasmageschäfts. Auch mit dem Kauf der Tui-Aktien  der WestLB wird der Fonds in Zusammenhang gebracht. Cerberus kommentiert die Gerüchte nicht. Dennoch: Gerade bei Tui liegt der Einstieg nahe, kennt doch WestLB-Chef Thomas Fischer die US-Investoren gut. Zwischenzeitlich war er für das Unternehmen als Berater aktiv.

Blackstone - "Wir mauern unser Geld fest ein"

Blackstone - "Wir mauern unser Geld fest ein"

Beteiligungsfirmen entern Unternehmen, filetieren und spekulieren dabei auf das schnelle Geld. Derlei Vorbehalte hat Hanns Ostmeier oft gehört, er ist lange genug im Geschäft. Als Geschäftsführer der Blackstone Group im deutschen Büro in Hamburg vertritt Ostmeier einen der schwergewichtigen Finanzinvestoren: Die Investmentgesellschaft Blackstone hat seit ihrer Gründung in New York im Jahr 1985 bereits rund 30 Milliarden Dollar eingesammelt. Der aktuelle Private-Equity-Fonds ist mehr als sechs Milliarden Dollar schwer.

Der Neustart in Deutschland gibt Ostmeier Gelegenheit, mit Vorurteilen aufzuräumen. "Die Vorbehalte gegenüber Private Equity sind Vergangenheit. Wir sind als salonfähiger Käufer und Partner bei den Bluechip-Konzernen in Deutschland etabliert."

Als Hazardeur sieht sich Ostmeier nicht - im Gegenteil. "Private Equity ist das Gegenteil vom spekulativen 'risky business'", sagt der Blackstone-Partner. Grund sei der "Leverage-Effekt": Die Investoren finanzieren ihre Käufe nur mit einem kleineren Teil Eigenkapital und mauern ihr Geld fest mit Fremdkapital ein.

Dies wirkt als segensreicher Hebel, wenn die Unternehmensbeteiligung höhere Rendite erwirtschaftet, als die Gesellschaft für die Zinsen aufbringen muss. Er wirkt aber fatal, wenn das Unternehmen Pleite geht und der Investor nicht nur sein Engagement abschreiben, sondern auch die Zinsen bedienen muss: "Da es dabei um große Summen geht, kann sich kaum jemand wilde Spekulationen leisten."

Investieren und warten, dass etwas teurer werde, funktioniere allenfalls während eines Börsenbooms. Doch in einem Wirbelsturm könne selbst ein Truthahn fliegen, zitiert Ostmeier ein Sprichwort aus der Finanzszene. Nein, Private-Equity-Investoren müssen sich ihre Rendite schon selbst erarbeiten: "Das ist ein nüchternes, detailorientiertes Geschäft, bei dem Geduld und sorgfältige Analyse unverzichtbar sind."

Der Blick richtet sich bei Blackstone auf gesunde Unternehmen mit Wachstumspotenzial. "Blackstone kauft gerne Unternehmen, die gut dastehen und durch unseren Beitrag neue Perspektiven bekommen", sagt Ostmeier und erinnert an das Motto von Blackstone-Gründer Stephen Schwarzman: "We only do friendly deals." Schwarzman ist für das "Black" im Firmennamen verantwortlich. Der zweite Teil stammt von Mitgründer Peter Peterson, dessen Name auf Griechisch "Stein" bedeutet.

Mitte der 80er Jahre, als "Corporate Raider" wie etwa KKR bei Nabisco mit ihrer Zerschlagungstaktik viel Geld verdienten, stand Blackstone abseits. "Doch auf mittlere Sicht verspricht unser Ansatz mehr Erfolg", meint Ostmeier. Die Beteiligungsgesellschaft könne "Leitplanken aufstellen" und als Gesellschafter im Aufsichtsrat Verantwortung übernehmen, doch entscheidend "bleiben das Unternehmen und sein Management".

Die Spezialisierung der Private-Equity-Szene komme den Unternehmen entgegen. "Die global agierenden PE-Fonds ziehen die Entwicklung der Unternehmen nach", sagt Ostmeier. Während Blackstone sich als Partner anbiete, wenn es zum Beispiel um Internationalisierung und transatlantische Kontakte gehe, seien andere Gesellschaften eher auf eine Turnaround-Situation oder die Aufteilung eines Unternehmens spezialisiert.

Die deutsche Wirtschaft habe verstanden, dass Private Equity bei der Restrukturierung ein wertvoller Partner sei, sagt Ostmeier. Als Beispiel nennt er Celanese. Ein Chemieunternehmen, das mittlerweile mehr als 60 Prozent seines Umsatzes in den USA erwirtschafte, müsse nicht am deutschen Kapitalmarkt gelistet sein. Käufer Blackstone organisiert derzeit den größten Börsenrückzug in Deutschland: "Wir schließen eine Entwicklung ab, die vor Jahren mit der Umstrukturierung der Hoechst AG begonnen hat."

Carlyle - Rüstung und Republikaner

Carlyle - Rüstung und Republikaner

Kaum hieß es, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall  veräußert werden soll, spukte der Name des US-Investors Carlyle durch die Schlagzeilen. Kein Wunder, die Private-Equity-Gesellschaft hat den Ruf, im Vergleich zur Konkurrenz deutlich häufiger in Rüstungsunternehmen zu investieren. Dabei sind derzeit nur ein Prozent des weltweiten Fondsvolumens von Carlyle bei Waffenherstellern investiert.

Carlyle zählt in der Branche zu den Schwergewichten. Die Partner managen weltweit ein Investitionsvolumen von 18,3 Milliarden Dollar. Allein 2003 haben die Verantwortlichen 2,5 Milliarden Dollar unter anderem in Firmenkäufe und Immobilien eingebracht.

In Amerika hat Carlyle beste Verbindungen zum republikanischen Establishment. Für den Konzern arbeiteten unter anderem der ehemalige US-Außenminister James Baker und Ex-Präsident George Bush senior.

Mindestanlagesumme für Investoren: fünf Millionen Dollar. Zu den Anlegern zählt der kalifornische Pensionsfonds Calpers, der zudem 5,5 Prozent an Carlyle hält. Die Beteiligten konnten sich im vergangenen Jahr über eine Ausschüttung von 2,1 Milliarden Dollar freuen - ein Rekord in der 17-jährigen Unternehmensgeschichte.

In Deutschland investierte Carlyle unter anderem in die Automobilzulieferer Beru und Edscha sowie in das Industrietechnik-Unternehmen Messer Cutting & Welding. Bei Beru  fanden sich die Amerikaner in der ungewohnten Rolle des Mehrheitsaktionärs wieder. Normalerweise strebt Carlyle stets die vollständige Übernahme an. Die aber verhinderte in diesem Fall die Eigentümerfamilie Birkel. Mehr als 37 Prozent waren für den "notorisch schweigsamen Großinvestor" ("Süddeutsche Zeitung") nicht drin. Seither rätseln Beobachter, was Carlyle mit Beru vorhat.

Neben den Unternehmensbeteiligungen sind Immobilien das zweite Standbein von Carlyle. Die Investoren kaufen unvermietete Objekte, die dann veredelt, langfristig vermietet und anschließend mit Gewinn wieder verkauft werden. Erst Ende Juni hat Carlyle laut einem Bericht der "Börsen-Zeitung" sechs europäische Objekte zum Gesamtpreis von 253 Millionen Euro verkauft und dabei eine Eigenkapitalverzinsung von stolzen 36 Prozent erzielt.

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