Private Equity Jagdrevier Deutschland

Sie kaufen gern in Deutschland ein - Firmenjäger aus England und den USA wirbeln die deutsche Unternehmenslandschaft durcheinander. Ihr Einfluss wächst so rasch wie die Liste der Betriebe, bei denen sie inzwischen die Fäden ziehen. Ein Überblick über die milliardenschweren Player und ihre Ziele.

Hamburg - An Namen wie Apax, Permira, Blackstone und KKR werden sich die Deutschen gewöhnen müssen. Private-Equity-Gesellschaften, auf Unternehmensbeteiligungen spezialisiert, haben tiefe Taschen und großen Einfluss: In Großbritannien kontrollieren sie bereits rund drei Millionen Arbeitsplätze. Auch in Deutschland begeben sich immer mehr Unternehmen - mal mehr, mal weniger freiwillig - in die Hände der Firmenjäger.

Zurück zum Kerngeschäft: Für DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp passte der Turbinenbauer MTU nicht mehr in die Vision eines weltumspannenden Automobilkonzerns. Also verkaufte er die Sparte für 1,45 Milliarden Euro an den US-Investor Kohlberg Kravis Roberts: Dass die Bundesregierung wie aktuell auch im Fall Rheinmetall den Ausverkauf deutscher Wehrtechnik fürchtete, spielte bei dem Deal nur eine untergeordnete Rolle

Zurück zum Kerngeschäft: Für DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp passte der Turbinenbauer MTU nicht mehr in die Vision eines weltumspannenden Automobilkonzerns. Also verkaufte er die Sparte für 1,45 Milliarden Euro an den US-Investor Kohlberg Kravis Roberts: Dass die Bundesregierung wie aktuell auch im Fall Rheinmetall den Ausverkauf deutscher Wehrtechnik fürchtete, spielte bei dem Deal nur eine untergeordnete Rolle

Der lange Abschied eines Riesen: Jürgen Dormann teilte den Frankfurter Chemie- und Pharmariesen Hoechst AG 1999 in seine Bestandteile auf. Die Pharmasparte fusionierte mit Rhone-Poulenc zur Aventis Gruppe, die inzwischen von Sanofi geschluckt wurde. Das Chemiegeschäft von Hoechst wurde unter dem Namen Celanese an die Börse gebracht - der US-Investor Blackstone ließ sich die Übernahme von Celanese 3,1 Milliarden Euro kosten. Nun soll auch Celanese von der Börse verschwinden

Der lange Abschied eines Riesen: Jürgen Dormann teilte den Frankfurter Chemie- und Pharmariesen Hoechst AG 1999 in seine Bestandteile auf. Die Pharmasparte fusionierte mit Rhone-Poulenc zur Aventis Gruppe, die inzwischen von Sanofi geschluckt wurde. Das Chemiegeschäft von Hoechst wurde unter dem Namen Celanese an die Börse gebracht - der US-Investor Blackstone ließ sich die Übernahme von Celanese 3,1 Milliarden Euro kosten. Nun soll auch Celanese von der Börse verschwinden

Auferstanden aus Ruinen: Drei Millionen Euro pro Tag musste Leo Kirch zeitweise in den defizitären Abo-Sender Premiere schießen - die horrenden Verluste führten unter anderem zum Zusammenbruch des Kirch-Imperiums im Frühjahr 2002. Wenige Monate später griff die Beteiligungsgesellschaft Permira zu und sicherte sich 55 Prozent an Premiere, der Sender ProSiebenSat.1 ging an Haim Saban. Ärgerlich für Kirch: Inzwischen schreibt Premiere schwarze Zahlen

Auferstanden aus Ruinen: Drei Millionen Euro pro Tag musste Leo Kirch zeitweise in den defizitären Abo-Sender Premiere schießen - die horrenden Verluste führten unter anderem zum Zusammenbruch des Kirch-Imperiums im Frühjahr 2002. Wenige Monate später griff die Beteiligungsgesellschaft Permira zu und sicherte sich 55 Prozent an Premiere, der Sender ProSiebenSat.1 ging an Haim Saban. Ärgerlich für Kirch: Inzwischen schreibt Premiere schwarze Zahlen

Foto: DDP
Es läuft noch nicht rund: Als die britische Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson bei der Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) einstieg, erhoffte sie sich fette Gewinne durch einen Börsengang im Sommer 2004. Doch der nervöse Kapitalmarkt machte den Investoren einen Strich durch die Rechnung: ATU wurde kurz vor dem geplanten Börsengang an den Finanzinvestor KKR weitergereicht. Der "Secondary Buy-out" schmeckt nach einer Verlegenheitslösung

Es läuft noch nicht rund: Als die britische Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson bei der Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) einstieg, erhoffte sie sich fette Gewinne durch einen Börsengang im Sommer 2004. Doch der nervöse Kapitalmarkt machte den Investoren einen Strich durch die Rechnung: ATU wurde kurz vor dem geplanten Börsengang an den Finanzinvestor KKR weitergereicht. Der "Secondary Buy-out" schmeckt nach einer Verlegenheitslösung

Füttern und Nähren: Als die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners 1997 mit rund 250 Millionen Euro bei der Restaurantkette Nordsee einstieg, setzten die Beteiligten auf weitere Expansion des "gesunden" Schnellrestaurants. Der Deal gilt als Erfolg, im Gegensatz zur Übernahme der Berliner Bundesdruckerei: Da das Chipkartengeschäft einbrach, musste Apax die defizitäre Druckerei zum symbolischen Preis von einem Euro wieder verkaufen

Füttern und Nähren: Als die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners 1997 mit rund 250 Millionen Euro bei der Restaurantkette Nordsee einstieg, setzten die Beteiligten auf weitere Expansion des "gesunden" Schnellrestaurants. Der Deal gilt als Erfolg, im Gegensatz zur Übernahme der Berliner Bundesdruckerei: Da das Chipkartengeschäft einbrach, musste Apax die defizitäre Druckerei zum symbolischen Preis von einem Euro wieder verkaufen

Rätselraten bei Beru: Zukauf mit dem Ziel Delisting? Oder doch Verkauf? Seit sich der US-Investor Carlyle, der häufig mit der Rüstungsbranche in Verbindung gebracht wird, im Jahre 2000 37 Prozent am Automobilzulieferer Beru sicherte, rätselt die Branche über die Zukunft des Projektes. Am liebsten würden die Amerikaner wohl alle Anteile übernehmen. Das verhindert aber der Familienaktionär Birkel, der 23 Prozent hält. Der Komplettkauf wird auf jeden Fall teuer für Carlyle. Lag der Kurs der Beru-Aktie 2000 noch im 30-Euro-Bereich, kostet das Papier heute 55 Euro

Rätselraten bei Beru: Zukauf mit dem Ziel Delisting? Oder doch Verkauf? Seit sich der US-Investor Carlyle, der häufig mit der Rüstungsbranche in Verbindung gebracht wird, im Jahre 2000 37 Prozent am Automobilzulieferer Beru sicherte, rätselt die Branche über die Zukunft des Projektes. Am liebsten würden die Amerikaner wohl alle Anteile übernehmen. Das verhindert aber der Familienaktionär Birkel, der 23 Prozent hält. Der Komplettkauf wird auf jeden Fall teuer für Carlyle. Lag der Kurs der Beru-Aktie 2000 noch im 30-Euro-Bereich, kostet das Papier heute 55 Euro

Schöner wohnen: Als "gigantisch" stuft die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Fortress den deutschen Immobilienmarkt ein. Dass es die US-Investoren ernst meinen, zeigte sich im Juli. Da kaufte Fortress das Wohnungsbauunternehmen Gagfah von der klammen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), die mit dem Erlös von 2,1 Milliarden Euro Löcher in der Rentenkasse stopfte. Die Amerikaner wollen Gagfah in drei bis vier Jahren an die Börse bringen

Schöner wohnen: Als "gigantisch" stuft die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Fortress den deutschen Immobilienmarkt ein. Dass es die US-Investoren ernst meinen, zeigte sich im Juli. Da kaufte Fortress das Wohnungsbauunternehmen Gagfah von der klammen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), die mit dem Erlös von 2,1 Milliarden Euro Löcher in der Rentenkasse stopfte. Die Amerikaner wollen Gagfah in drei bis vier Jahren an die Börse bringen

Der Erbe geht, der Investor kommt: 125 Jahre lang bestimmten die Rodenstocks die Geschicke beim gleichnamigen Brillenbauer - bis zum vergangenen Jahr. Mit dem Einstieg der europäischen Investmentgesellschaft Permira endete die Familientradition. Erbe Randolph Rodenstock zog sich zurück. Seither macht Permira beim Umbau Tempo. Bis 2006 soll das Unternehmen reif für den IPO sein

Der Erbe geht, der Investor kommt: 125 Jahre lang bestimmten die Rodenstocks die Geschicke beim gleichnamigen Brillenbauer - bis zum vergangenen Jahr. Mit dem Einstieg der europäischen Investmentgesellschaft Permira endete die Familientradition. Erbe Randolph Rodenstock zog sich zurück. Seither macht Permira beim Umbau Tempo. Bis 2006 soll das Unternehmen reif für den IPO sein




Wo die Firmenjäger bereits zugegriffen haben
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Der Turbinenhersteller MTU und die Werkstattkette Auto-Teile-Unger - fest in Händen des US-Investors Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Der Bezahlsender Premiere - aus den Kirch-Ruinen aufgelesen von der britischen Permira. Die Kieler Traditionswerft HDW - geschluckt und umgebaut von One Equity Partners. Der Chemiekonzern Celanese, Spin-off des einst mächtigen Hoechst Konzerns - die US-Gesellschaft Blackstone griff zu und organisiert nun den bislang größten Börsenrückzug Deutschlands. Kaufen, umstrukturieren und teurer wieder verkaufen - das ist ihr Geschäft.

Bei vielen willkommen, aber noch lange nicht satt

Bei vielen Unternehmen rennen die Firmenjäger inzwischen offene Türen ein. Konzerne wie Siemens , Eon  oder die Deutsche Bahn sind mit den ausländischen Investoren seit Jahren bestens im Geschäft. Die Konzernstrategen pflegen den Rückzug auf das Wesentliche und geben deshalb zahlreiche Randsparten an Private-Equity-Gesellschaften ab.

Doch deren Appetit ist damit nicht gestillt. Derzeit sind der Rüstungskonzern Rheinmetall , die von der Commerzbank verschmähte BHF-Bank sowie das WestLB-Paket am Touristikkonzern Tui  im Visier der Investoren.

"Deutschland ist in einem schwierigen Veränderungsprozess, und Veränderungen sind unser Geschäft", sagt Max Burger-Calderon, Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners. Die Osterweiterung der EU sowie der globale Wettbewerb zwingen deutsche Unternehmen zum Umsteuern. Dabei könne Apax helfen: Mit Geld, Know-how und der Überzeugung, dass sich die Investition nach einigen Jahren durch einen höheren Unternehmenswert auszahlt.

Deutschland baut um - Investoren mischen mit

Deutschland baut um - Investoren mischen mit

Reichlich Anlagekapital haben sie alle. Überwiegend angelsächsische Pensionsfonds und Versicherungen stecken Milliarden in Private-Equity-Fonds, weil sie Alternativen zur Börse brauchen, um ihre Zielrenditen zu erreichen. Das Geschäft mit außerbörslichen Beteiligungen ist riskant aber einträglich: Renditen zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr werden erwartet.

Bis zum Jahr 2000 wurde viel Geld mit Wagniskapital (Venture Capital) für junge Technologieunternehmen verbrannt. Nun dominieren die Buy-out-Fonds die Private-Equity-Szene: Buy-out-Fonds haben sich auf das Herauskaufen einzelner Unternehmensteile spezialisiert, um diese zu restrukturieren, profitabler zu machen und anschließend mit sattem Gewinn wieder zu verkaufen. Die Konkurrenz unter den Aufkäufern nimmt zu - mit Folgen für den deutschen Markt.

Deutschland habe beim Thema Beteiligungskapital Nachholbedarf, heißt es. In der größten Volkswirtschaft der EU liegen die Investitionen der Firmenkäufer mit 0,5 Prozent des BIP deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (0,75 Prozent). In Europa haben Beteiligungsfonds im vergangenen Jahr knapp 25 Milliarden Euro investiert. In den kommenden vier Jahren dürften es laut einer Studie mehr als 120 Milliarden Euro sein.

Image verbessert - Topmanager auf der Gehaltsliste

Neue Beteiligungsgesellschaften drängen auf den deutschen Markt. Allein mit Geld kann sich niemand mehr die Konkurrenz vom Leibe halten - der europäische Marktführer Permira weist zwar mehr als fünf Milliarden Euro Eigenkapital aus, doch auch die Angreifer aus Übersee wie KKR oder Blackstone haben einen langen Atem.

Umso wichtiger sind gute Drähte. Viele ehemalige deutsche Topmanager haben bei den Beteiligungsgesellschaften einen lukrativen neuen Arbeitsplatz gefunden: Der ehemalige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff wechselte zu Investcorp, Ex-Thyssen-Chef Dieter Vogel beobachtet für die US-Gesellschaft Bessemer den Markt, und der bei Mannesmann abgefundene Klaus Esser fand in General Atlantic Partners einen neuen Arbeitgeber.

Das Image der Firmenjäger hat sich entsprechend der zunehmenden Bedeutung verbessert. Es gibt nicht nur die "Raider", die angeschlagene Unternehmen entern, filetieren, Mitarbeiter feuern und nach kurzer Zeit Kasse machen. "Blackstone kauft gerne Firmen, die gut dastehen und durch unseren Beitrag neue Perspektiven bekommen", sagt Hanns Ostmeier, Geschäftsführer der US-Gesellschaft Blackstone in Deutschland. Eine Verbesserung des Geschäftes sei beste Voraussetzung, um eine Unternehmensbeteiligung nach einigen Jahren wieder teurer zu verkaufen: Investoren erwarten, dass ein Private-Equity-Fonds in jedem Fall die Entwicklung an den Aktienmärkten übertrifft.

Pflegen, umkrempeln oder zerschlagen

Umkrempeln oder zerschlagen - die Strategien der Jäger

Derlei Renditen sind nicht nur durch Hege und Pflege eines Unternehmens, sondern auch durch Zerschlagung oder rigide Sparmaßnahmen zu erreichen. "Beteiligungsfirmen haben unterschiedliche Schwerpunkte und können unterschiedliche Strategien fahren", räumt Ostmeier ein. Doch es spreche für die Professionalisierung der Private-Equity-Szene, dass für jedes Szenario - sei es Sanierung, Internationalisierung, Fusion, Aufteilung oder Zerschlagung - ein erfahrener Investor zur Verfügung stehe.

"Wir müssen selbst etwas dafür tun, dass der Wert steigt", betont Ostmeier. Wer nur auf bessere Zeiten spekulieren wolle, könne gleich im Public-Equity-Bereich, sprich Aktienmarkt, sein Glück versuchen. Für viele Investoren ist Private Equity aber derzeit der interessantere Markt, vor allem in Deutschland.

"Es gibt viel Bewegung im deutschen Eigentumsgeschäft. Banken, die öffentliche Hand und Großkonzerne trennen sich von Beteiligungen. Das eröffnet Private-Equity-Gesellschaften hervorragende Möglichkeiten", sagt Matthias Moser, Deutschland-Chef der US-Gesellschaft Fortress. Der Druck zur Veränderung unter deutschen Unternehmen ist groß. Der globale Wettbewerb lässt sich mit den überholten Strukturen in Deutschland nicht meistern. Dies spielt den Beteiligungsgesellschaften zu, die sich gern als "Motoren des Wandels" sehen.

Der Mittelstand ist unter Zugzwang

"Galt früher das Konglomerat als Schlüssel zum Erfolg, ist nun der Rückzug aufs Kerngeschäft das Ziel", sagt Max Mäuser, Partner bei der britischen Permira Holding. Nicht nur die wechselnden Strategien der Konzerne begünstigen das Private-Equity-Geschäft, sondern auch die wachsenden Nöte des Mittelstands: "Viele mittelständische Unternehmen, bei denen sich die Nachfolgefrage stellt oder die vor schwierigen Finanzierungsrunden stehen, haben Private Equity als Lösung gefunden", berichtet Mäuser.

Viele Mittelständler leiden unter verschärften Kreditvorschriften (Basel II), brauchen Geld für Investitionen und sind zu klein, um den Kapitalmarkt in Form einer Anleihe anzuzapfen. Als dritter Faktor kommen die nervösen Börsen und der Trend zum "Public goes Private" hinzu: "Unternehmen, die sich an der Börse unterbewertet sehen, nutzen Private Equity, um die Kapitalmärkte zu verlassen", so der Permira-Partner.

Wie aus einer Milliarde ein Euro werden kann

Aufkaufen auf Pump - Hebel mit Fremdkapital

Günstig für die Beteiligungsunternehmen sind außerdem die niedrigen Zinsen, da sie ihre Käufe zum Großteil über Fremdkapital finanzieren. Leveraged Buy-out lautet diese Strategie. Umso größer die Wut bei den Betroffenen, wenn ein Firmenkäufer in die Kasse des Unternehmens greift, um seine Schulden bei den Banken zu bedienen. So lange die Eigenkapitalrendite des Unternehmens deutlich höher ist als der Zinssatz der Gläubigerbanken, sind Gewinne beim Firmenkäufer garantiert.

"Dieser Hebel funktioniert aber auch in die andere Richtung", warnt Ostmeier. Geht die Firma Pleite, hat die Beteiligungsgesellschaft nicht nur eigenes Geld in den Sand gesetzt, sondern muss auch die Schulden bei den Banken bedienen.

Dass Private Equity auch mit "Risikokapital" übersetzt werden kann, beweist der Fall Bundesdruckerei: Die Beteiligungsgesellschaft Apax kaufte die Berliner Anstalt im Jahr 2001 für eine Milliarde Euro und schlug sie zwei Jahre später für einen Euro wieder los. "Vor Pleiten ist niemand geschützt, Misserfolge gehören dazu. Man braucht schon ein paar hervorragende Renditebringer, um dies auszugleichen und die Erwartungen der Investoren auf Dauer zu erfüllen", sagt ein Branchenkenner.

Nervöse Börse: "Secondary Buyouts" nehmen zu

Die nervöse Situation an der Börse treibt den Private-Equity-Unternehmen zwar Unternehmen als Kunden zu. Andererseits erschweren schwache Börsen den Firmenjägern auch ihre Ausstiegsmöglichkeit: Als Königsweg für einen lukrativen "Exit" gilt nach wie vor der Börsengang. Doch wer etwas teuer verkaufen will, muss am Finanzmarkt genug Käufer finden.

Kenner der Branche registrieren mit Unbehagen, dass die Zahl der "Secondary Buy-outs" zunimmt: Statt die Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger wie geplant an die Börse zu bringen, schob die Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson ihren Anteil einfach an die große Schwester Kohlberg Kravis Roberts weiter. Nun wartet KKR auf besseres Börsenklima und hofft auf einen ATU-Börsengang in drei bis fünf Jahren.

Beobachter warnen daher davor, angesichts einer steigenden Zahl von Deals gleich den nächsten Private-Equity-Boom in Deutschland auszurufen. "Das Geschäft wächst organisch und solide, und das ist gut so", sagt Blackstone-Manager Ostmeier. "Wir brauchen keinen Boom wie am Neuen Markt - schließlich geht es um sehr viel Geld."

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