Mittelstand-Studie Hoffnung liegt neben Skepsis

Ein Drittel der mittelständischen Unternehmen rechnet 2004 mit besseren Geschäften. Die Mehrheit allerdings sieht keinen Silberstreif am Horizont. Größte Belastungen sind weiterhin zu hohe Steuern und Abgaben.

Berlin - Der Mittelstand geht mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) rechnet ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) mit besseren Geschäften. Die Mehrheit (52 Prozent) erwartet, dass sich bei den Erträgen nichts ändert. 16 Prozent der Mittelständler gehen davon aus, dass sich ihre Lage weiter verschlechtert. Insgesamt liegen Hoffnung und Skepsis nah beieinander.

Die größte Zuversicht herrscht laut BVMV im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Dienstleistungsbranche. Dagegen werden die Aussichten vom Handwerk und vom Baugewerbe zurückhaltend beurteilt.

Verbandspräsident Mario Ohoven sprach bei der Vorstellung der Studie in Berlin trotzdem von einer "positiven Grundstimmung". Alles in allem erwarte jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) eine Verbesserung der Konjunktur. Die Umfrage stützt sich auf die Angaben von mehr als 900 Unternehmen in den alten und den neuen Bundesländern.

Insgesamt wollten rund 56 Prozent der befragten Unternehmen im kommenden Jahr mehr investieren. Ebenfalls eine Mehrheit (56 Prozent) wolle auch den derzeitigen Mitarbeiterbestand halten. Rund 22 Prozent der mittelständischen Firmen gaben an, Mitarbeiter einstellen zu wollen. Auch bei der Beschäftigung zeige sich ein Silberstreif am Horizont, sagte Ohoven.

Als größte Belastung für das Geschäft gaben die Mittelständler erneut zu hohe Steuern und Abgaben an. Es folgten Klagen über zu viel Gesetze und Bürokratie. Ohoven verwies in seiner Rede auch auf die Zunahme von Schwarzarbeit, die 2003 um fünf Prozent angewachsen sei.

Der Verband appellierte an die Politik, dem Steuerkompromiss weitere Reformen folgen zu lassen. Ziel müsse es sein, die Sozialabgaben bis 2010 unter 30 Prozent zu drücken.

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