KfW-Mittelstandsbank Neuordnung der Förderprogramme

Im Zuge der bevorstehenden Fusion mit der Deutschen Ausgleichsbank hat die KfW den Zeitplan zur weiteren Neuordnung präsentiert. Kleine und mittlere Unternehmen, Existenzgründer und Start-ups erhalten von der "KfW-Mittelstandsbank" künftig Förderung aus einer Hand.

Frankfurt - Durch die Verschmelzung der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) auf die KfW werden nach Angaben des Instituts bisher bestehende Überschneidungen in den Förderprogrammen abgebaut und ein transparentes, effizientes Angebot gestaltet. Die Förderaufgaben der DtA in den Bereichen Umwelt, Soziales und Bildung wird die KfW weiterführen.

Kleinen und mittleren Unternehmen, Existenzgründern und Start-ups bietet die KfW unter dem Markennamen "KfW-Mittelstandsbank" künftig Förderung aus einer Hand. Mit einer neugeordneten Produktpalette - basierend auf den Säulen Fremdkapital, mezzanines Kapital sowie Eigenkapital -, wird sie ein umfassendes Finanzierungsangebot für den Mittelstand bereitstellen.

Die erste dieser drei Säulen, die neue Produktlinie Fremdkapital, startet am 1. September 2003 unter dem Namen "Unternehmerkredit". Der Zeitplan zur Neuaufstellung der Förderung sieht wie folgt aus:

Umwelt- und Infrastruktur-Förderungen

1. Schritt: Zusammenlegung der Förderung von Umweltinvestitionen und Infrastrukturmaßnahmen

Kleinen und mittleren Unternehmen, die Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen durchführen wollen, steht ab 15. Juli das neue KfW-Umweltprogramm zur Verfügung. Dazu werden die bisher parallel bestehenden Programme "DtA-Umweltprogramm" und "KfW-Umweltprogramm" zu einem einheitlichen Programm zusammengefasst.

Das neue Programm greift die bisherigen Verwendungszwecke beider Vorgängerprogramme voll auf.

Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen

  • zur Verminderung und Vermeidung von Luftverschmutzung,
  • zur Verbesserung der Abwasserreinigung und Trinkwasserversorgung,
  • zur Abfallvermeidung,
  • zum Einsatz regenerativer Energien oder
  • zur Herstellung innovativer, umweltfreundlicher Produkte.
Der maximale Finanzierungsanteil wird künftig, unabhängig vom Umsatz des antragstellenden Unternehmens, bei 75 Prozent der Kosten liegen.

Das DtA-Sozialprogramm wird ebenfalls zum 15. Juli in die Infrastrukturförderung der KfW integriert. Im KfW- Infrastrukturprogramm - Sonderfonds Wachstumsimpulse werden zum Beispiel künftig neben allen kommunalen Investitionen auch wohnwirtschaftliche Projekte kommunaler beziehungsweise gemeinnütziger Träger (zum Beispiel Alten- und Altenpflegeheime, betreutes Wohnen) sowie ambulante Pflegedienste gemeinnütziger Träger finanziert.

Fremdkapitalfinanzierung

2. Schritt: Fremdkapitalfinanzierung für Mittelstand, Gründer und Freiberufler

Ab 1. September fasst das neue Programm "Unternehmerkredit" der KfW-Mittelstandsbank das bisherige DtA-Existenzgründungsprogramm sowie das KfW-Mittelstandsprogramm zusammen. Dieses Programm wird das zentrale Kreditangebot für Fremdkapitalfinanzierung für Mittelstand, Gründer und Freiberufler.

Die Varianten "KfW-Mittelstandsprogramm-Liquiditätshilfe" sowie "DtA-Existenzgründungsprogramm-Betriebsmittel" werden künftig einheitlich unter der Bezeichnung "Unternehmerkredit - Betriebsmittel" angeboten.

Für Kredite in die neuen Länder und Berlin (Ost), die den Betrag von zwei Millionen Euro nicht überschreiten, ist eine Fortsetzung der bestehenden 50-prozentigen Haftungsfreistellung vorgesehen.

Bei Krediten in die alten Länder und Berlin (West) an Gründer und Unternehmen innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit kann künftig eine 40-prozentige Haftungsfreistellung gewährt werden. Der Kredithöchstbetrag beträgt auch in diesen Fällen zwei Millionen Euro.

Mezzanine Finanzierungen

3. Schritt: Mezzanine Finanzierungen für Mittelstand und Gründer

Die KfW plant für das Produktangebot der "KfW-Mittelstandsbank" darüber hinaus die Einführung einer mezzaninen Produktlinie mit Finanzierungen für den Mittelstand über den gesamten "Lebenszyklus" von der Gründung an. Details hierzu sind noch in Arbeit, der konkrete Einführungstermin steht noch nicht fest.

Die neuen Produkte können Mittelstand, Existenzgründer und Freiberufler wie bisher bei der jeweiligen Hausbank beantragen. Informationen zu den Förderkreditprogrammen erhalten Interessenten telefonisch zum Ortstarif unter der Nummer 01801/335577.

Die Beteiligungsprogramme von KfW und tbg werden zunächst unverändert fortgeführt. Derzeit finden erste Überlegungen über eine Neukonzeption der Produktpalette im Bereich Beteiligungsfinanzierung statt.

Ebenfalls fortgeführt werden die Programme in den Bereichen Wohnungswirtschaft, erneuerbare Energien und Bildung sowie folgende Spezialprogramme für Gründer und Mittelstand:

  • Mikrodarlehen
  • Startgeld
  • ERP-Existenzgründungsprogramm
  • ERP-Regionalförderprogramm
  • ERP-Innovationsprogramm (Kreditvariante)
  • Gründungs- und Wachstumsfinanzierung
  • Bürgschaftsprogramm
  • Sonderprogramme
  • Hochwasser
  • Ausgleichsmaßnahme Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler
  • ERP-Eigenkapitalhilfe-Programm
  • Kapital für Arbeit

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