Mehr Energie am Arbeitsplatz Ich bin dann mal in der Mikropause

Zwischendurch Kaffee kochen oder aus dem Fenster schauen? Unbedingt! Kurze Pausen im Arbeits- oder Studienalltag geben neue Kraft, zeigt eine neue Metastudie. Es gibt aber auch Kritik an der Untersuchung.
Ein bisschen Entspannung am Arbeitsplatz

Ein bisschen Entspannung am Arbeitsplatz

Foto: Uwe Umstaetter / Westend61 / Getty Images

Mindestens ein paar Sekunden und höchstens zehn Minuten: So lange dauern sogenannte Mikropausen, die sich laut einer Studie positiv auf das Wohlbefinden von Menschen auswirken können. Die kurzen Unterbrechungen könnten im Arbeits- oder Studienalltag die Müdigkeit verringern und das Energielevel erhöhen, schreibt ein Forscherteam um Patricia Albulescu von der rumänischen West-Universität Temeswar (Timisoara) im Onlinefachmagazin »Plos One« .

Für die Untersuchung werteten die Forscher:innen in einer Metaanalyse 22 Studien zum Thema aus. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Menschen nach einer Mikropause energiegeladener und weniger müde fühlten. Ob sie danach auch produktiver arbeiten können, dazu lieferte die Untersuchung keine eindeutigen Ergebnisse. Die Leistung habe jedoch zumindest nicht abgenommen, berichteten die Forscher:innen.

Die Studie wurde von einem Team um Patricia Albulescu von der rumänischen West-Universität Temeswar durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Online-Fachmagazin »Plos One« veröffentlicht.

Viele Arbeitnehmer:innen hätten noch immer das Gefühl, dass Pausen als »kontraproduktives Verhalten« wahrgenommen werden könnten, heißt es weiter. Mit Blick auf die positiven Auswirkungen plädieren die Forscher:innen deswegen dafür, dass Führungskräfte ihre Mitarbeitenden künftig aktiv zu Mikropausen ermutigen sollen. Auch Studierenden könnten die kurzen Unterbrechungen im Uni-Alltag dabei helfen, Energie zu tanken – etwa in Vorlesungen oder beim Lernen am Computer.

Zu wenige Studien untersucht

Allerdings gibt es auch Zweifel an der Untersuchung. Der Psychologe Friedhelm Nachreiner kritisiert, dass die Autor:innen zu wenige Untersuchungen ausgewertet und Standardliteratur nicht zur Kenntnis genommen hätten. Nachreiner ist Vorsitzender der Gesellschaft für Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologische Forschung und war an der Studie nicht beteiligt. Er bemängelt weiterhin, dass die Studienteilnehmer:innen Energielevel und Ermüdung selbst eingeschätzt hätten. »Die Autoren unterscheiden hier nicht sauber zwischen Ermüdung und gefühlter Ermüdung«, so der Arbeitszeitforscher.

Auch die Autor:innen der Studie erklärten, dass neben Energie und Müdigkeit künftig auch andere Gemütszustände analysiert werden müssten, etwa Angst oder Anspannung

ANZEIGE
Wachstumsmotor Workflow
Foto:

Luis Alvarez

Workflows zu optimieren ist eine der Top-Prioritäten im Unternehmensalltag. Gerade in Zeiten des rasanten Wandels unserer Arbeitswelt müssen Mitarbeitende flexibler und effizienter zusammenarbeiten können als zuvor. Gleichzeitig nutzen moderne Unternehmen neue technische Möglichkeiten, um Kund:innen die bestmögliche Customer Experience zu bieten. Die richtigen Werkzeuge können diese Trends verstärken und die Leistungsfähigkeit und Digitalisierung von Unternehmen voranbringen - nachhaltig, skalierbar und effizient.

Zur Sponsored Site "Wachstumsmotor Workflow"

Länge der Pausen ist individuell

Wie lange eine Mikropause bestenfalls dauert und wann sie gemacht werden sollte, konnten die Forscher:innen nach eigenen Angaben nicht beantworten. Laut Nachreiner lässt sich das auch nicht pauschal festlegen. »Bei manchen ist die Pause nicht so schnell notwendig, bei manchen dafür früher und länger«, erklärt der Arbeitszeitforscher. »Für alle Menschen fünf Minuten – das wäre zum Beispiel Quatsch.«

Nachreiner sagt weiterhin, dass die Mikropausen nicht der Erholung dienten, »sondern der Vorbeugung von Übermüdung«. Ihm zufolge haben sie daher auch einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Und sollten nicht zu spät genommen werden.

aba/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.