Pharmakonzern erhöht erneut Prognose Merck-Chefin Garijo peilt 20 Milliarden Euro Umsatz an

Der Darmstädter Pharma- und Life-Science-Konzern Merck traut sich nach einem starken zweiten Quartal 2021 mehr Umsatz und Gewinn zu. Unter der neuen Vorstandschefin Belen Garijo setzt die Aktie ihre Rekordjagd fort.
Powerfrau: Mit Merck-Chefin Belen Garijo geht es aufwärts

Powerfrau: Mit Merck-Chefin Belen Garijo geht es aufwärts

Foto: Markus Scholz / dpa

Das boomende Geschäft mit Produkten für die Impfstoff- und Medikamentenherstellung sowie Krebs- und Fruchtbarkeitsarzneien haben bei Merck für einen kräftigen Wachstumsschub gesorgt. Der Vorstand erhöht daher zum zweiten Mal in Folge seine Jahresprognose. "Wir hatten ein sehr starkes Quartal und wir haben unsere eigenen Erwartungen übertroffen", sagte Vorstandchefin Belen Garijo am Donnerstag. Das gelte auch, wenn man die pandemiebedingte Schwäche des Vorjahresquartals ausblende.

Für das Gesamtjahr stellte Garijo, die seit Mai 2021 den Konzern führt , nun ein organisches Umsatzwachstum von zwölf bis 14 Prozent auf 18,8 bis 19,7 Milliarden Euro in Aussicht. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) solle um 21 bis 25 Prozent auf 5,6 bis sechs Milliarden Euro anziehen. Garijo begründete den stärkeren Gewinnanstieg mit einer verschärften Kostendisziplin. Negative Währungseffekte dürften das organische Wachstum jeweils um zwei bis vier Prozent schmälern. Merck peilt 7,80 bis 8,50 Euro Gewinn je Aktie an.

Aktionäre zeigten sich erfreut. Die Aktie von Merck  legte am Donnerstag um knapp 5 Prozent und kletterte auf 184 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits mehr als 50 Prozent zugelegt und notiert aktuell auf Rekordhoch.

"Es ist noch Luft nach oben"

Im zweiten Quartal stiegen die Verkaufserlöse im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 Prozent auf 4,87 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte herausgerechnet, betrug das Wachstum sogar 23 Prozent. Der Konzern erzielte in allen drei Geschäftsbereichen zweistellige Zuwachsraten. Das bereinigte Ebitda schnellte um 46,7 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro hoch. Unter dem Strich stand mit 747 Millionen Euro mehr als doppelt so viel Gewinn wie ein Jahr zuvor.

Vorsichtiger als zuletzt zeigte sich Garijo für den Unternehmensbereich Healthcare im kommenden Jahr: Neue Produkte in der Entwicklungspipeline dürften 2022 zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro Umsatz beisteuern und damit weniger als bislang in Aussicht gestellt. "Es ist natürlich Luft nach oben, wenn es die Bedingungen erlauben", sagte die Merck-Chefin.

Optimistischer fallen die Aussichten für die Sparte Life Sciences aus, wo auch im kommenden Jahr mit signifikanten pandemiebedingten Umsätze gerechnet wird. Das Process-Solutions-Geschäft dürfte mindestens 700 Millionen Euro Umsatz erzielen und damit mehr als zuletzt erwartet. In der Sparte Electronics setzt Garijo auf eine weiterhin starke Entwicklung des Halbleitermarkts.

la/reuters
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