Fabian Billing übernimmt McKinsey beruft neuen Deutschland-Chef

An der Spitze der weltgrößten Unternehmensberatung in Deutschland steht ab März 2021 der Merger-Fachmann Fabian Billing. Noch-Chef Cornelius Baur moderiert den Übergang.
Personalmanagement in eigener Sache: Der Top-Consultant McKinsey mit neuem Anführer

Personalmanagement in eigener Sache: Der Top-Consultant McKinsey mit neuem Anführer

Foto: McKinsey

Die weltgrößte Unternehmensberatung McKinsey bekommt einen neuen Deutschland-Chef. Zum Nachfolger des 2021 abtretenden Amtsinhabers Cornelius Baur (58) wurde an diesem Mittwoch der Düsseldorfer Seniorpartner Fabian Billing (46) bestimmt.

Billing arbeitet seit 21 Jahren für McKinsey. Er leitet bislang die Organisationssparte in Europa, kümmert sich um große Umbauten in Unternehmen und hilft bei Fusionen und Übernahmen. Seine Kunden sind vor allem Technologie- und Telekommunikationskonzerne. Der neue Deutschland-Anführer hat Betriebswirtschaft studiert (Promotionsthema: Innovationsmanagement). 2008 wurde er zum Partner, 2014 zum Seniorpartner gewählt. Für McKinsey ist es in doppelter Hinsicht eine Zeitenwende: Billing gehört einer neuen Generation an und ist - anders als Baur - kein klassischer Industriemann. In seiner Antrittsrede strich er "die Macht der Teams" heraus, er gilt aber intern nicht gerade als Softie.

Billings Bestellung ist nicht das Resultat einer Wahl. Die Regionalleiter bestimmt bei McKinsey der Weltchef; ein Gremium aus einem halben Dutzend Managern unterstützt ihn dabei. Der seit 2018 regierende Kanadier Kevin Sneader (54) hatte zuvor die wichtigsten der knapp 280 Partner in Deutschland und Österreich befragt, wen sie wohl präferieren. Billing stieß am Ende auf die größte Akzeptanz.

Baurs Bilanz ist durchaus vorzeigbar

Es gab eine Reihe respektabler Kandidaten. Etwa der Kölner Seniorpartner Jörn Küpper (51), ein Konsum- und Handelsexperte oder der Energiefachmann Thomas Vahlenkamp (55) aus dem Düsseldorfer Büro. Auch der Name Klaus Behrenbeck (53) fiel. Der bestens vernetzte Seniorpartner aus Köln stand schon 2013 auf der Liste, als sich letztlich Baur durchsetzte. Der für McKinsey-Verhältnisse wohltuend aufgeschlossene Rheinländer (er gehört dem Verwaltungsrat des 1. FC Köln an) hat das Kölner Büro des Consultants mit aufgebaut. Doch alle drei sind eben schon Ü-50.

Spätestens mit 60 Jahren müssen Seniorpartner ausscheiden und ihre Anteile an die Kollegen zurückverkaufen. Baur, der im April 59 wird, tritt im März, nach sieben Jahren, ab. Er orchestriert den Übergang auf seinen Nachfolger und betreut weiterhin seine Kunden. Bis zu seinem Ausscheiden bleibt er Mitglied im globalen Vorstand der Beratung, dem sogenannten Partnership Service Team.

Seine Bilanz ist durchaus vorzeigbar. Unter seiner Ägide legte der Umsatz kräftig zu, auf geschätzte mehr als eine Milliarde Euro; die Zahl der Kunden wuchs um 50 Prozent. Rund 2.100 Berater arbeiten mittlerweile im sogenannten German Office, im kommenden Jahr sollen 600 weitere Consultants eingestellt werden. Baur trieb die Digitalisierung voran und bemühte sich um mehr Diversität. So hat er den Frauenanteil bei Neueinsteigern auf knapp 40 Prozent verdoppelt. Aus der Öffentlichkeit zog sich McKinsey unter Baur indes, wie schon unter seinem Vorgänger Frank Mattern (58) zurück. Die Firma machte keine Geschäftszahlen mehr publik, politischen Talkshows blieb die McKinsey-Spitze fern. An diesem Grundtrend wird sich auch unter Billing kaum etwas ändern.

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